Development Abstraction…

14. Dez 2006, 1:11 AM (Frank Hunck) ♥ SelbstStändig, Wirtschaft · Translation: en fr

Wie ich in anderen Beiträgen schrieb, beschäftigt mich meine SelbstStändig-keit aktuell auf allen Ebenen, auch auf der eher theoretischen Ebene.

Vorgestern stiess ich beim Surfen über die Website von Joel Spolsky, einem Softwareentwickler, der seit 2000 über Fragen der Software-Entwicklung, Management usw. schreibt.

Und blieb bei einem Essay über einen jungen Programmierer hängen, der sich selbstständig macht und sich mit der Zeit wundert, wieso er keine Aufträge erhält, kein Geld verdient. Dieses Essay ließ mich nicht mehr los…

Spolsky macht deutlich, dass es nicht nur am fehlenden Marketing liegt, dass der Programmierer, der vorher in Festanstellung sehr gute Projekte ablieferte, vieles andere nicht bedacht hatte (der Original-Artikel ist auf englisch, deshalb der Einfachheit halber hier Auszüge aus dem Übersetzungsprojekt von Joel Spolsky):

[…]Warum schlug es fehl? Er ist ziemlich sicher, dass er es weiß. »Marketing« sagt er. Wie viele junge Techniker ist er geneigt, Dinge zu sagen wie »Microsoft hat schlechte Produkte, aber besseres Marketing.«.
Wenn ein Softwareentwickler das Wort »Marketing« in den Mund nimmt, meint er damit das gesamte Business ringsherum. Alles, was er am Prozess der Entwicklung und dem Verkauf eines Softwareproduktes nicht versteht. Allerdings ist das nicht wirklich das, was »Marketing« bedeutet. In Wirklichkeit hat Microsoft ein ziemlich schreckliches Marketing. Sehen Sie die Dinosaurier-Anzeigen vor sich, mit denen versucht wird, jemandem Microsoft Office zu verkaufen?
Software ist eine Unterhaltung zwischen Software-Entwickler und Anwender. Aber damit diese Konversation funktioniert, ist eine Menge Arbeit jenseits der eigentlichen Entwicklung erforderlich. Sicher, Marketing ist nötig, aber auch Verkauf, Öffentlichkeitsarbeit, ein Büro, Netzwerk, Infrastruktur und Klimaanlage im Büro, Kundendienst, Buchhaltung und eine ganze Menge anderer Aufgabenbereiche. [Joel on Software Translation Project]

Naja, ich schreibe keine Software, beziehungsweise nur selten, wenn ich für einen Kunden eine projektspezifische kleine Datenbank-Anwendung in eine Website integriere, was ist dann so faszinierend an dem Artikel?

Spolsky meint, dass bei Software-Firmen das Management einen Schutzschirm um die Programmierer legen müssten (er benutzt hier den Fachbegriff »Abstraktionsebene«), sodass diese sich gar nicht mit den Notwendigkeiten des Business auseinandersetzen müssen, weil sie sonst unproduktiv werden.

Spolsky stellt zwei extreme Firmentypen gegenüber:

Sie haben ihre typische Softwarefirma mit Hilfe von Ex-Softwareverkäufern gegründet, solche, bei denen alles nur verkaufen – verkaufen – verkaufen ist, und wo alle nur existieren, um mehr zu verkaufen. Diese Firmen können in freier Wildbahn identifiziert werden, weil sie nur Version 1.0 entwickelt haben (irgendwie) und dann komplett das Interesse daran verloren, neue Software zu entwickeln. Das Entwicklungsteam ist ausgehungert oder nicht existent, weil es keinem in den Sinn kommt, Version 2.0 zu entwickeln…..alles, was das Management weiß, ist wie man den Verkauf steigert.

Das andere Extrem sind Firmen, gegründet von Ex-Programmierern. Diese Firmen sind schwerer zu finden, weil sie sich in den meisten Fällen still verhalten, irgendwo in einer Dachkammer Code polieren, den nie jemand findet, und so versinken sie still in Vergessenheit kurz nach dem “Großen Umschreiben in Ruby ” in ihren weltverbessernden Refactoring-Code, Code der nur irgendwie von “den Leuten” unbeachtet bleibt. [Joel on Software Translation Project]

Im zweiten Typ erkenne ich mich wieder… Und so komme ich langsam auf den Punkt. Selbstständige – Selbstmanagement, und wo bleibt die Abstraktionsebene? Das ist,

  • sich Zeit einräumen für strategische Überlegungen, wohin die Karawane marschieren soll, unabhängig von laufenden Projekten
  • geplanter mit nervenden ToDos wie Buchhaltung, Rechnerwartung etc. pp umgehen – sich einen regelmässigen, festen Termin dafür setzen
  • natürlich auch Marketing-Strategie überlegen und vor allem
  • Networking – welche Aufgabenbereiche kann ich outsourcen

Und diese Zeitaufteilung dann durchziehen, von Woche zu Woche…

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