Ach ja, mich gibts noch…
03. Mai 2007, 11:31 PM (Frank Hunck) ♥ Privates
· Translation:
…nur konnte ich in den vergangenen Wochen nicht schreiben
. Dieses wunderschöne Frühlingswetter — könnte ich dorthin wünschen, wo der TeufelPfeffer wächst… Bei Otto Normalbürger kommen die sprichwörtlichen Frühlingsgefühle auf, aber ich gehöre einer Gruppe an, die sich in dieser Jahreszeit eher in sich reinverkriecht, froh ist, wenn die Geschäfte laufen (und zum Glück tut sich was bei mir), aber ansonsten in Ruhe gelassen werden will: Stichwort Depression…
…und das nicht zu knapp. Nichts macht mehr Spass, jede Entscheidung kostet elendig viel Kraft. Fotografieren — ach lass mich damit in Ruhe, was soll ich denn damit, da müsste ich ja wieder einen Fotobericht schreiben (muss ich natürlich ganz und gar nicht); überhaupt Schreiben oder Bloggen — Ideen hätte ich, aber die Entscheidung, wer-wie-was-wo, nein lieber nicht…
Dass ich jetzt darüber schreibe: Angeregt hat mich ein Artikel von Rene Driest auf seinem Depressionsblog, in dem er seine derzeitige depressive Episode schonungslos schildert. Hut ab!
Bislang habe ich hier noch wenig zu meiner Krankheit ver-laut-en lassen. Wohl tauchte mal ein entsprechender Artikel auf, aber weiter wollte ich bislang nicht gehen. Vielleicht bin ich ja bald »geheilt« (à la »gebrochenes Bein ist wieder heile«). Pustekuchen! Dagegen ankämpfen ist vergebene Müh‹, annehmen ist angesagt, die Depression ist ein Teil von mir — zum Glück nur im Frühjahr. In meiner Heimatgemeinde Selent wissen es alle, die es angeht
, da ich mich nicht verstecke, sondern die Krankheit und ihre Äusserungen als einen (zeitweiligen) Teil meinerselbst verständlich machen will.
Und das ist öfters ganz schön schwierig, da psychische Erkrankungen auch heute noch lieber unter den Tisch gekehrt werden, und meine Offenheit einige, mhm, sagen wir — ziemlich verstört. Andererseits, nach Aussagen des Bundesgesundheits- ministeriums leiden rund 4 Millionen Bundesbürger unter Depressionen, aber das macht die Sache für mich auch nicht einfacher…
Dieses Jahr steht bei mir unter dem Vorzeichen, für mich zu akzeptieren, dass ich depressive Phasen weiter haben werde, und zu lernen, damit zu leben. Aktiv zu leben.
In dem Sinne:
…Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and‹re, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Aus: Hermann Hesse, Stufen
PS: Dass ich dies hier geschrieben habe, ist für mich ein Zeichen der »Annahme«. Hoffentlich geht es so weiter!








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