Kurz und Knapp: Nachrichtenlese

tmb g8Ein Kurzflug durch die Blogs: Thomas Knüwer vom Handelsblatt um-schreibt das Medienereignis G8 und vermutet in der kommenden Berichterstattung »vielleicht das spannendste Medienexperiment des Jahres«, da hier die »alten« (Print, Radio und Fernsehen) auf die neuen Medien (Blogs, Vlogs, Moblogs) treffen und sich in Aktualität, Genauigkeit und Reichweite messen können.

Ein Beispiel, wie es gehen kann, hat das ZDFblog (»Das Leben einer Falschmeldung«) sowie Stefan NiggemeierChronologie einer Falschmeldung«) nachverfolgt. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) setzte nach den »Krawallen« in Rostock am 2. Juni um 18.41 Uhr eine Falschmeldung ab, nach der ein Redner die Menge zur Gewalt gegen die Polizei aufgestachelt habe. Dieses Zitat konnte man anscheinend noch Montag in der Print- und Onlinepresse in vielfältig ausgeschmückter Form lesen, obwohl – und das ist der Clou, die Rede schon gegen 18 Uhr am Samstag(!) im Internet unter myvideo zu sehen war.

Nachrichtenwert haben Dinge, die in die politische Landschaft passen. Wie aufstachelnde Reden – die nie stattgefunden haben…

Dazu passend: Der Spiegelfechter hat sich SpOn (Spiegel online) herausgegriffen und dort die Wort-Wandlungen beobachtet. Ein Fazit: »Ich kann nur jedermann raten, bei SPON Berichten äußerst kritisch zu sein und im Zweifel lieber nichts zu glauben, was dieses Magazin berichtet«.

Wenn mensch die Berichterstattung versucht nachzuvollziehen, dann ist auf der einen Seite vom brutalen Vorgehen des sog. Schwarzen Blocks zu lesen, auf der anderen Seite diskutiert mensch über Theorien, dass agents provocateurs das Ganze erst angeheizt hätten (Bericht auf indymedia). Ist ja beides hierzulande schon vorgekommen – Stichwort Celler Loch

Noch eine andere Sicht der Dinge: Im Deutschlandradio wurde der Polizeipsychologe Georg Sieber interviewt. Und dieser attestierte der Einsatzleitung, dass sie nach einer veralteten Taktik vorgegangen sei, dass schon im Vorfeld der Demonstration die Situation eskaliert sei:

[…] Eine Eskalation bestand ja bereits, lange bevor das richtig anfing dort in Rostock. Was jeder sehen konnte, dass Polizeibeamte doch in sehr ungewöhnlicher Ausrüstung antraten, die konnte man glatt mit Marines im Irak verwechseln auf den ersten Blick. Und die Polizei reagierte sehr schnell auf Sachbeschädigung mit Körperverletzung. […]
Man hat äußerste Gefährdung vorgegeben oder tatsächlich empfunden, man hat zu Sicherheitsmaßnahmen gegriffen, die weit in die Rechte von Menschen eingriffen. Das nenne ich bereits eine Eskalation, das war höchste Eskalationsstufe eigentlich überhaupt.[…]

(via Badespasz)

Was mir jetzt noch fehlt, ist ein Blick von »buten na binnen«, Ein-Sicht auf G8 von anderen Regionen der Welt. Vielleicht morgen…

Zu guter Letzt, wie heisst es noch – Humor ist, wenn mensch trotzdem lacht? Der schwarze Blo(g)

Kurz und Knapp: G8 in Blogs und Vlogs

Gestern habe ich eher »klassische« Quellen der G8-Berichterstattung im Internet gelistet (die oberklassischen wie SpOn sowie die Online-Derivate der Printmedien sind ja bekannt, nehme ich an ;) ), kommen jetzt kurz die Blogs, Vlogs einiger Profis dran:
g8Auf Commonspage beschreibt Online-Journalistin Meike Richter ihre Wahrnehmung der Grossdemo am 2.6. in Rostock: »Ich war auf einer uninspirierten Latschdemo, wie vermutlich 95 Prozent der anderen Teilnehmer.«.

Fiete Stegers von netzjournalismus.com kündet das Gipfelblog an: »Vier Journalisten fahren nach Heiligendamm und bloggen, fotografieren, filmen. Wir wollen die Augen aufsperren, schauen, was wir von den großen 8 und den vielen Leuten draußen vor dem Zaun mitkriegen, den tausenden Helfern, Ordnungskräften und Berichterstattern auf die Finger schauen.«

Ebenfalls vier Jornalisten sind am g8vlog beteiligt, einem Videolog, das unabhängig (»Oberstes Motto unseres Videoblogs: Die journalistische Freiheit über alles und jeden zu berichten. Und zwar ohne wenn und aber! Vier Reporter, die schräge und unkonventionelle Geschichten von einem politischen Großereignis liefern – ohne Vorgaben, ohne Kompromisse und gerne auch mal satirisch. «) und überparteilich (»G8VLOG ist von politischen Lagern unabhängig und hinterfragt die Positionen aller, die man rund um Heiligendamm während des G8-Gipfels so trifft. G8VLOG versteht sich dabei als Gesamtkunstwerk und beansprucht für alle hier gezeigten Inhalte das Prinzip der künstlerischen Freiheit.«) von dem Grossereignis berichten will.

So, das wäre es fürs Erste. Fällt mir das eine oder andere noch auf, so werde ich darüber schreiben…

Edit 6.6.07: Auch die ZEIT bloggt über G8Was passiert auf dem G8-Gipfel jenseits der offiziellen Kommuniques und der großen Debatten? Was bewegt die Globalisierungskritiker abseits der großen Gegendemonstrationen? Reporter der ZEIT und von ZEIT online schildern ihre Eindrücke von beiden Seiten des Zauns in Heiligendamm

Sehr guter (Online-)Medienüberblick gibt es bei Badespasz (Namen gibts ;) ), und Attac hat auch ein Blog.

Kurz und Knapp: G8 – Berichterstattung

Vorhin dachte ich mir, »wenn ich schon zuhause im Bette liege, dann schaue ich mal was das Netz an Infos zu Heiligendamm bereithält«. Naja, Bett liegen nun nicht mehr, aber die letzten Tage hat mich eine Sommergrippe mit Fieber, Hals- und Kopfschmerzen geplättet, aus der ich nun langsam wieder auftauche. Und ich weiss nun nicht, wo ich als erstes hinschauen soll:

g8

Alternative Berichterstattung zu G8 findet mensch allenthalben im Internet.

Hintergrundinfos zum G8-Gipfel in Heiligendamm bietet natürlich die Sonderwebsite von Attac.

Auf gewohnte Art und Weise berichten unabhängige Jornalisten auf http://de.indymedia.org/g8heiligendamm/ über die Vorgänge zwischen Rostock und Heiligendamm.

Wer lieber bewegte Bilder sieht, wird unter http://g8-tv.org/ fündig, wo mir gerade das Bild von Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), entgegenblickt, einem alten Gefährten zu Zeiten meines Studiums. Er nahm heute an der Demonstration gegen industrialisierte Landwirtschaft und gegen Hunger in der Welt in Rostock teil. (Und ich, bekomme meinen A**** nicht mehr hoch). Radioberichterstattung gibt es auch bei IndyMedia. Einen Überblick über Pressemitteilungen und eine Presseschau gibt es auf www.gipfelsoli.org.

DroppingKnowledge ist auch mit dabei. Mit ihrem »summer camp may 29 – june 10« führen sie ein »online copyleft project« durch, in dem sie Stimmen von G8 und deren Gegenkultur auffangen und dokumentieren. Die Site ist ein bisschen verwirrend aufgebaut, bietet aber Fragen, Antworten, Bilder und Filme rund ums Geschehen.
Gut gefällt mir ihre KML-Datei mit geografischen Angaben aus dem Bereich Heiligendamm und Rostock. Diese Datei kann mensch sich in Google Earth laden und sich einen Überblick verschaffen, angereichert mit aktuellen Links, Fotos etc.

Bei Spreeblick sind die Aktiven vor Ort gefragt. Per SMS lassen sich Textnachrichten ins G8-Blog stellen, die Übernahme von Sprachnachrichten klappt auch. Diesselbe Live-Berichterstattung gibts dann auch auf Twitter.

Eigentlich wollte ich noch auf einige lesenswerte Artikel bei telepolis verweisen, aber die sind mir, kram, such,… verschütt gegangen :(

Kurz und knapp: Webfundstücke 7

Das Ende des Bloggens ist nah…

…sagt titanic. [via maingold]

Aktienkurse durch Spam manipulieren?

In den letzten Wochen vermehrt Spams mit Inhalten wie

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit machen wir Sie auf die aktuelle Kursrakete AMATECH AG
aufmerksam und empfehlen unbedingt eine Aufnahme in Ihr Depot:

AMATECH Aktiengesellschaft
Rosbergweg 2
87459 Pfronten
WKN 519280

Tageskurs: 22 Cent
7-Tage-Ziel: 70 Cent
Monatsziel: 1,20 Euro […]

Das hat sich Holger von Dadaloo mal näher angeschaut – und kam zu den erwarteten Ergebnissen.

Kurz und Knapp: Web-Fundstücke 6

Spielsucht, Onlinesucht,…

In den letzten Wochen las mensch es in allenthalben: Ob im Stern, im Spiegel [via Readers Edition] oder in der FAZ, die Medien gehen auf die Gefahren der Internetnutzung durch Online-Spiele, IRC-Chats und anderem ein, die sich für psychisch labile Personen ergeben können.

Heute las ich einen guten Hintergrundbericht zur Computerspielsucht auf medienrauschen.de, der ironischerweise die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung als Aufhänger hat. Diese

hat in ihrer gestrigen Ausgabe einen kritikfreien, ja fast hymnischen Artikel zu dem Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ veröffentlicht.

Als Auslöser für extreme Gewalttaten sind ja einige Rollenspiele »bekannt« (nachgewiesen das mE noch nicht zweifelsfrei), aber als Suchtmittel? Da weigern sich anscheinend die meisten Experten noch, ist doch diese Sucht nicht stoffgebunden und somit nur schwer greifbar.

Digitalfotografie: High-dynamic-range-(HDR)-Bilder auf SpOn erklärt

Es ist schon ein Kreuz mit dem Fotografieren. Entweder ist das Bild unterbelichtet, nur wenige Details stechen aus dem Dunkel hervor, oder alles wird vom Licht überstrahlt. Aber, was wäre, wenn mensch beide Bilder kombinieren könnte? Das geht, die Technik nennt sich HDR, und der Spiegel Online hats schön erklärt.

Pages: Prev 1 2 3 4 5 6 7 Next
Warum Firefox? Clicky Web Analytics