Bunter Avend mit dem Selenter Snackfatt

Ein Einakter över de »Wieverslist is Düwelslist«, Musik von »Allerley« und viele kleine Sketche lockten heute die Selenter in den »Selenter Hof«. Wie gewohnt war de Saal vull, was anderes kennen wir von den Auftritten unserer plattdeutschen Theatergruppe nicht.

Abschiedsbild mit Dame-n

Was gibt es noch zu sagen? Hat Spaß gemacht wie immer, Lilo Schlünzen, die Chefin der Truppe, versprach uns für Herbst 2009 die nächste Veranstaltung.

Trio a media luz – Französische, spanische und südamerikanische Musik für Flöte, Fagott und Gitarre

Media-luzEin Konzert mit dem Trio a media luz findet am Mittwoch, dem 27.8.08 um 20 Uhr in der Reihe »Sommerkonzerte 2008″ auf der Blomenburg in Selent statt. Das Trio spielt ein südlandisches Musikprogramm mit Tangos, Milongas, spanischen Tänzen und anderem von Albeniz, de Falla, Ravel, Granados, Lucena und weiteren Komponisten.
Die drei Musiker des Ensembles, Martin Karl-Wagner – Flöte, Klaus Liebetrau – Fagott und Ulf Gollnast – Gitarre haben sich bereits während ihres Studiums kennengelernt.

Instrumentalbesetzungen mit Flöte, Gitarre und einem weiteren Instrument, oft Violine, Viola oder auch Klarinette, waren bereits zur Zeit von Diabelli, Beethoven und Schubert sehr beliebt. Die Besetzung des Trios mit Fagott als drittem Instrument ist allerdings ungewöhnlich.
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Wee sind Tönkers in Selent ?!?

Mensch lernt nie aus – am Samstag gab es Regionalunterricht von einem Berufenen – ehemals Schulleiter der Schule von Pratjau (lange ists her). Daß die Gegend nördlich des Selenter Sees »Probstei« genannt wird, abgeleitet von Probst (frühere Zugehörigkeit zum Kloster Preetz), wusste ich wohl. Das aber der südliche Teil von den Probsteiern abfällig »Tönkerie« und die Menschen als »Tönkers« bezeichnet wurden, war mir neu.

Wieso abfällig? Nun ja – die Bauern in der Probstei waren allesamt Hufner des Klosters Preetz, und konnten sich als Hofstätten massive Ziegelgebäude leisten, wie auch ansonsten die Kirchen und Schulen gebaut waren. In den Gutsbezirken jedoch waren die Gebäude der Kätner und Insten (die kein Eigenland hatten, sondern von den Gütern belehnt waren) zumeist Lehmgebäude. Die Bewohner waren verpflichtet, einmal im Jahr die Gebäude von außen zu kalken, zu »tünchen«. Der Vollzug der Verschönerungsaktion wurde dann vom Gutsinspektor oder dem Gutsbesitzer abgenommen… Diese Abhängigkeit von den Gütern führte dann zu diesem Übernamen.

Siegfried W. Kernen liest Jerome K. Jerome auf der Blomenburg

Siegfried W. KernenKommenden Mittwoch um 20 Uhr liest der bekannte Schauspieler Siegfried W. Kernen aus dem humorvollen Roman »Drei Männer in einem Boot (ganz zu schweigen vom Hund)« von Jerome K. Jerome.

Englische Musik aus »Music Hall«, Revue- und Operettentheater spielen Martin Karl Wagner (Flöte) und Thomas Goralczyk (Klavier).

Zum Inhalt:

»Denn es handelt sich hierbei nicht um drei gewöhnliche Männer, sondern um Männer deren Nerven blank liegen. Sie sind beseelt vom ganz normalen Wahnsinn.

Hypochondrisch – und selbst dem Hund, einem Foxterrier, könnte Die Vorbilder der drei Männer - Hentschel, Wingrave und Jerome selbstman getrost so manche Neurose bescheinigen.

Schon die Planung hält so manche Katastrophe bereit, doch die Ausführung wird noch besser. Was ist noch normal und was schon verrückt? Die Grenzen sind fließend,… « (Rezension)

Ich habe schon viel von diesem Vortragsabend gehört – ich will ihn mir nicht entgehen lassen – Zwerchfelltraining pur. Nur – diesmal werde ich mir vorsichtshalber eine Karte zurücklegen lassen – der Graf-Blome-Saal ist nicht besonders groß…

Edit: Ganz vergessen: Selenter können Karten zu dieser Veranstaltung in »Karins Stöberlädchen« erwerben, Reservierungen sind unter 04384-5091260 (Blomenburg) möglich. Konzertkasse und Einlass ab 19.20 Uhr. Und – am Tage der Veranstaltung ist das Café »Graf Blome« auf der Burg bis 20 Uhr geöffnet…

»Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen« – Sommerkonzerte 2008 auf der Blomenburg

Gestern war ich bei einem musikalisch untermalten Vortrag auf der Blomenburg, dem außer mir rund fünfzig ZuschauerInnen lauschten. Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910), zu Unrecht vergessener Lyriker, Schriftsteller und Herausgeber von Zeitschriften wie Die neue Bühne, Pan oder Die Insel, verfasste um die Jahrhundertwende die erste in Deutschland erschienene Beschreibung einer Reise nach Italien – »Eine empfindsame Reise im Automobil«.

Wagners Salonensemble mit O. J. Bierbaums Empfindsamer Reise im Automobil

Wir durften ihn gestern auf seinem Weg von Berlin über Prag, Salzburg, den Brenner bis hin nach Neapel begleiten, seine Wandlung vom engstirnigen Preussen hin zum empfindsamen Genießer miterleben. Armin Diederichsen (Opernregisseur, Dramaturg, Schauspieler) brachte einen Teil des Werkes lebhaft zur Geltung, die mit spitzer Feder nicht nur das (damals noch außergewöhnliche) Reisen mit dem Auto beschrieb, sondern menschliche Begebenheiten am Rande feinsinnig beobachtete. Nur eine Kostprobe aus Bierbaums florentiner Brief vom 29. Mai 1902:

Die abscheuliche Art, mit der hier Werke der Kunst durch Erzeugnisse der Klempnerei verunstaltet werden, sobald sie nackte männliche Figuren darstellen. Man sagt, daß dieser Feigenblätterunfug auf die Verschämlichkeit der Engländerinnen zurückgehe, die erklärt hätten, keinen Fuß in eine Stadt zu setzen, auf deren öffentlichen Plätzen unbekleidete männliche Statuen zu sehen seinen.

Ich für meinen Teil finde es bedauerlich, daß man diese Gelegenheit, jene Engländerinnen auf gute Weise los zu werden, nicht benutzt hat, denn ihre Anwesenheit steigert durchaus nicht den Genuß der Kunstwerke, über die sie in unerträglich lauter Manier ihre oder Herrn Bädekers Meinungen zu äußern pflegen, wobei die Gurgellaute des Englischen das Ganze noch besonders verscheußlichen.

Wer das Buch lesen will – käuflich ist es nicht mehr zu erhalten, aber dank des Projektes Gutenberg kann mensch es sich im Internet besorgen.

Wagners Salonensemble untermalte den Vortrag durch passende Stücke, die die jeweiligen Stationen der Reise musikalisch zur Geltung brachten.

Mich hat fasziniert, wie sich Bierbaum ganz zu Beginn des automobilen Reisens seinen gewünschten Reisewagen ausmalte:

ich aber leistete nicht weniger Phantastisches in der Schilderung des Wagens, der uns bald mit der Geschwindigkeit eines Expreßzuges, bald im Postwagentempo von Thurn und Taxis, vorwärts bringen sollte. Eigentlich war es ein ganzes Gebäude auf Pneumatics, das ich mir vorstellte, mit allem Komfort eines Pullman-Car oder der berühmten »Wurst« Friedrichs von Gentz ausgestattet, nur noch viel bequemer und geräumiger, – kurz: ein Ideal mit achtundvierzig Pferdekräften. (aus dem 1. Kapitel)

adlerwagenEr musste dann leider mit einem einzylindrigen Adler-Coupé mit acht Pferdekräften vorlieb nehmen, denn sein Wunschgefährt gab es damals noch nicht. Die Fahrwerkehersteller dieser Zeit hatten eher den sportsman als Käufer im Auge, das Gefährt mußte hohe Geschwindigkeiten leisten können, zum Reisen war es noch nicht gedacht. Gab es doch nicht mal einen Kofferraum, nur ein kleines Ablagebrett, worauf nicht mal eine Hutschachtel sicher Platz gefunden hätte…

Die Veranstaltung lief in der Reihe »Blomenburger Sommerkonzerte 2008″, die von Martin Karl-Wagner, einem Eutiner Musikveranstalter und Musiker projektiert und angeboten werden. Klassik, einmal anders dargeboten, würde ich die Reihe umschreiben, denn Wagners Veranstaltungen zeichnen sich durch amüsante und kurzweilige Moderationen aus, die auch eher klassikfernen Musikinteressierten viel Vergnügen bereiten. Jeden Mittwoch um 20 Uhr findet in den Sommermonaten Konzerte statt, Vorverkauf der Karten in Selent in »Karins Stöberlädchen« oder Abendkasse ab 19.30 Uhr. Nebenbei, für diese Veranstaltungsreihe stellt die Blomenburg ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung…

Am Rande erfuhr ich noch kleine Begebenheiten rund um die Burg: Die letzt-sonntägliche Hochzeitsgesellschaft hatte buchstäblich »Schwein« – während sie sich vormittags im Burggarten aufhielten, gesellte sich ein Hausschwein zu ihnen, das sich als sehr zutraulich und, leider, sehr intelligent erwies. Alle Versuche, es mit Äpfeln zu fangen, mussten scheitern. Das Tier wollte wohl die angebotenen Gaben, schnappte sich jedoch die Äpfel vorwitzig aus dem Seilkreis, schneller als mensch am Seilende hätte ziehen können. Gefressen wurde in sicherer Entfernung… Irgendwann war dies Sonntagsvergnügen dann zu Ende und es konnte seinem Besitzer zurückgebracht werden.

Pfeuenfeder. Origin: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Pavo_cristatus_feather-mx.jpgWer aber immer noch in freier Wildbahn weilt, ist »Otto«, der Pfauenhahn, der seinen beiden Hennen entkommen ist. Wurden sie ihm zu viel?

Also, Spaziergänger im Blomenburg-Park – hört ihr irgendwann in der nächsten Zeit ein heiseres Krächzen oder seht ein schillerndes Rad zwischen den Büschen aufscheinen – schnell zum Handy gegriffen und auf der Blomenburg angerufen, damit sich die Häscher auf den Weg machen können!

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