Zu KN, LN und anderen Nord-«Blättern« – Springer steigt aus und macht der Madsack-Gruppe aus Hannover Platz

Wo ich heute gerade beim Thema Kieler Nachrichten war, was Brandaktuelles – es hatte sich schon länger abgezeichnet, dass Springer seine Beteiligungen an allen möglichen Lokalzeitungen vor allem im norddeutschen Raum abgeben will – nun scheint es spruchreif zu sein.

In einem Artikel der taz von heute (»Stadt, Land, See – Springer verkauft Beteiligungen«) heisst es unter anderem:

Von Springer übernimmt Madsack die indirekte Mehrheitsbeteiligung an den Lübecker Nachrichten, der Ostsee-Zeitung in Rostock sowie Springers 24,5-Prozent-Beteiligung an den Kieler Nachrichten.

Die Madsack-Gruppe

beherrscht mit den Stammblättern Hannoversche Allgemeine und Neue Presse schon heute den Markt im westlichen und südlichen Niedersachsen. Auch in Hessen (Oberhessische Presse, Marburg; Neue Zeitung Gelnhausen) ist man aktiv, dazu kommen Beteiligungen an etlichen weiteren Blättern in der Region sowie kleineren Heimatzeitungen an Aller, Deister, Leine und Lippe.

Über den Preis wird gemunkelt – irgendwas zwischen 300 bis 400 Millionen Euro (s. a. netzeitung von grade eben.).

Ergänzung 5.2.09: Die Investitionssumme beträgt 310 Mio €. Die Lübecker Nachrichten berichten schon von dem Verkauf; nach dem Branchendienst turi2 will Springer mit den Erlösen stärker ins Internet.

Offener Brief an die Ostholsteinische Zeitung (Lokalausgabe der Kieler Nachrichten)

Nach unserer Brainstorming-Veranstaltung habe ich mich – wie hier auch zu lesen war – über mangelnde Pressebeteiligung geärgert. Ärgern bringt aber nichts, besser ist es, nach den Gründen zu fragen. Deshalb habe ich mich hingesetzt und einen offenen Brief an die Lokalredaktion der OHZ aufgesetzt, der eben mein Mailprogramm verlassen hat. Nun harre ich der Antworten…


Frank Hunck
Kösterberg 25
24238 Selent
Tel. (0 15 77) 78 28 344
info@frankhunck.de

Selent, den 4. Februar 2009

per Mail

Offener Brief an die Redaktionsleitung der KN / OHZ
- veröffentlicht unter http://frankhunck.de/weblog/offener-brief-ohz-feb2009 -

 

Sehr geehrte XXXXXXXXXXXXXXXXX,

ich schreibe Ihnen als Einwohner des ländlichen Zentralorts Selent, wo ich kommunalpolitisch aktiv sowie Mitglied in mehreren Vereinen bin. In den letzten Monaten wird hier in der Gemeinde vermehrt über die mangelhafte Berichterstattung der Kieler Nachrichten (KN), genauer des Lokalteils, der Ostholsteiner Zeitung (OHZ), diskutiert. Sei es, dass es Thema am Rande von Gemeindevertreter-Sitzungen ist, sei es im Gespräch von Bürgern »auf der Straße«.

In den vergangenen Wochen gab es mehrmals konkrete Anlässe für Unmut:

  • Keine Anwesenheit eines Vertreters der KN/OHZ beim Neujahrsempfang der Gemeinde
  • Gemeindevertretersitzungen werden nur teilweise und Ausschuss-Sitzungen gar nicht besucht
    Früher war es üblich, dass der zuständige Lokalreporter an Terminen teilnahm und darüber berichtete; heute erfolgt nur eine telefonische Nachrecherche
  • Terminankündigungen kommen spät
    Beispiele hierfür sind u.a. Neujahrsempfang der Gemeinde oder der Brainstorming-Termin des Wirtschaftsvereins am 2.2.09
  • Ein Artikel für eine Geschäftseröffnung – Café Blome – erscheint einen Tag nach dem Eröffnungstermin und dann noch mit einer nicht angepassten Bildunterschrift

Im Vergleich dazu wird aus anderen Gemeinden im Umland munter von Gemeindevertretersitzungen oder Neujahrsempfängen samt Bildern berichtet.

Ich sprach deshalb unsere/Ihre Lokalreporterin XXXXXXXXX darauf an, weshalb sie an z.B. Abendterminen nicht teilnehmen würde, und erfuhr, dass es von der Redaktion aus Kostengründen nicht immer möglich sei. Eine telefonische Nachrecherche sei in der Regel angemessen.

Ich frage mich nun, wie dann eine unabhängige Berichterstattung möglich sein soll, wenn die Ergebnisse einer Gemeindevertretersitzung einen Tag später bei dem Bürgermeisterin oder dem leitenden Verwaltungsbeamten nachrecherchiert werden – unterschiedliche Meinungen kommen dann nicht mehr zum Tragen, es wird zur »Hofberichterstattung«. Meines Erachtens ist es mit der sogenannten vierten Gewalt im Lande dann nicht mehr weit her. Aber dies ist ein weites Feld…

Ich habe mir überlegt, dass ich die Verantwortliche in der Plöner Redaktion einmal persönlich anschreiben und nach den Hintergründen fragen will, da ich diese ewigen Diskussionen mit anderen Selentern Leid bin, lieber Gründe und Auswege kommunzieren möchte.

Es sind meines Erachtens Vorgaben der Redaktionen – sei es zentrale Vorgaben aus Kiel oder lokale aus Plön –, die die Reporter vor Ort umsetzen müssen und ich finde es unfair, dass sie den Ärger »ausbaden« müssen.

Ich möchte Sie deshalb bitten, mir auf folgende Fragen zu antworten.

  • Gibt es Gründe für die KN/OHZ, warum Termine im Raum Selenter See innerhalb ihrer Berichterstattung so wenig Beachtung findet?
  • Welche Vorgaben für Lokalredakteure hinsichtlich der Teilnahme an kommunalpolitischen oder Vereinsveranstaltungen gibt es?
  • Durch welche Vor-/Nacharbeiten können Vereine, lokale Organisationen oder auch die Gemeinden selbst ihre Präsenz in den KN/OHZ verbessern?

Dieser Offene Brief – beziehungsweise Ihre Antwort darauf – soll auch dazu dienen, den Aktiven in Vereinen, in der Kommunalpolitik oder sonst wo vor Ort ihre Pressearbeit zu erleichtern – damit sie nicht mehr enttäuscht sein brauchen, oder es gar persönlich zu nehmen, wenn niemand von den KN anwesend ist. Damit sie wissen, wie sie ihre eigenen Berichte am besten lancieren, damit sie Würdigung in den KN/OHZ finden.

In der Hoffnung auf eine Antwort Ihrerseits verbleibe ich mit freundlichen Grüssen,

Ihr Frank Hunck

P.S.: Der letztendliche Auslöser für diesen Offenen Brief war für mich, dass kein Reporter der KN an der Brainstorming-Veranstaltung des Wirtschaftsvereins Selenter See am 2. 2. 2009 teilnahm.


Rund um die gestrige Brainstorming-Veranstaltung des WVSS

Gestern abend fand das Brainstorming des Wirtschaftsvereins Selenter See (WVSS) zum Thema »Wie steigern wir die Attraktivität des Raumes Selent« auf der Blomenburg statt.

Ich wollte eigentlich live davon berichtet, nun ja, aber die Technik :-( WLAN gibt es (noch) nicht, Jörgs UMTS-Stick wollte partout nicht mit meinem Notebook sprechen, und zum Livetwittern per Handy hatte ich keine Lust, weil dann zuviel Input an mir vorbeirauscht und ich das Wichtigste dann verpasse.

Gut, dann habe ich halt den Fortgang der Veranstaltung mitgeschrieben, hin und wieder Photos von Teilnehmern, Diskussionsrunden, Ergebnissen, … gemacht – und ich bin im Nachhinein froh, dass ichs so ausführlich getan habe.
burg-brainstorming

Denn – auf dem platten Lande muss mensch sich damit abfinden, dass kommunale Arbeit langsam unbeachtet durch die Lokalpresse abläuft. Die sog. vierte Gewalt im Staate hat nicht mehr das Geld (oder braucht es für andere Aufgaben?), um Abendveranstaltungen, Neujahrsempfänge etc. pp. mit Lokaljournalisten zu beschicken. Dazu kommt dann noch, dass die Kieler Nachrichten eine Monopolstellung in unserem Raum hat und sich alles erlauben kann.

Falls ein Veranstalter sich und seine Ergebnisse in der Zeitung wiederfinden will, dann hat er sein Statement an die Redaktion zu schicken. Nichts gegen die Journalisten vor Ort – diese müssen das umsetzen, was ihnen von der Zentralredaktion vorgeschrieben wird. Was nützt ihnen ein toller Artikel, den sie dann in ihrer Freizeit geschrieben haben, wenn er nicht abgenommen (und bezahlt) wird?

OK, nachrecherchieren oder die Arbeit eines Schriftwarts verwerten – schön und gut. Aber wo bleibt dabei die unabhängige Berichterstattung, die die Atmosphäre, die Differenzen zwischen Teilnehmern einer Diskussionsrunde auffängt und die Widersprüche herausarbeitet? Bleibt auf der Strecke, meines Erachtens nach. Für was lohnt es sich dann noch, die Lokalpresse zu abonnieren? Bestimmt nicht für den Mantelteil – der setzt sich heutezutage sowieso nur aus (überall gleichlautenden) dpa-Meldungen zusammen, die längst veraltet sind (im Vergleich zu Internet-Meldungen). Die Luft wird dünn – denn ohne Qualität oder entsprechenden Inhalt schrumpfen die Abo-Zahlen weiter. Wie spötteln manche Zeitgenossen – das (Blätter-)Waldsterben, die schrumpfende Totholzbranche.

Genug der Presseschelte, zurück zur Veranstaltung, zu der rund vierzig TeilnehmerInnen gekommen waren. Meines Erachtens war es eine gute Auftaktveranstaltung, der auf unterschiedlicher Ebene vertiefende Diskussionen, aber auch Veranstaltungen mit Fachleuten für staatliche, energetische, was auch immer für Förderungprogramme folgen sollten. Einige Punkte wurden kontrovers angesprochen, es gab mehr oder weniger offene Kritik an der (gelinde gesagt) verhaltenen Bebauung rund um die Blomenburg. Einige Diskussionen werden in den nächsten Wochen vertieft, und ich hoffe, dass ich dann Kenntnis von den Ergebnissen bekomme.

Meinen ausführlichen Bericht über das gestrige Brainstorming könnt Ihr auf den Seiten des Wirtschaftsvereins lesen.

Kleine Erinnerung – Brainstorming des Wirtschaftsvereins Selenter See: Montag, 2.2.09, 19.30 Uhr, Blomenburg

Ziel dieser Veranstaltung

Wege finden, um die Attraktivität und den Bekanntheitsgrad des Raumes Selent zu erhöhen.

Themen

  • Welche Vorzüge und positiven Alleinstellungsmerkmale bietet Selent für die Ansiedlung von z. B. jungen, aufstrebenden Familien und Unternehmen?
  • Welche Schwächen und Defizite könnte man abmildern bzw. beseitigen?
  • Welche Maßnahmen und Initiativen könnten darüber hinaus die Attraktivität der Region Selent erhöhen?
  • Wie könnte man den Raum Selent und seine Vorzüge allgemein bekannter machen und insbesondere den noch zu bestimmenden Zielgruppen näher bringen?

Wer sollte sich angesprochen fühlen?

Eingeladen sind alle, denen Selent und Umgebung am Herzen liegen. Direkt angeschrieben wurden unter anderem die Selenter Vereine und Organisationen sowie die Kommunalpolitiker.

Kommet zu hauf ;-)

Kinder-Harz4 verfassungswidrig?

Endlich hat es ein Gericht festgestellt, aber:

»[…] nach Ansicht des Bundessozialgerichts (BSG) sind die Hartz-IV-Sätze für Kinder bis 14 Jahre zwar verfassungswidrig – aber die Richter beurteilten dabei ausdrücklich nicht die Höhe des Sozialgeldes.« Quelle: SpOn.

Schrieb ich doch am 13. 7. 2007 »Kinderarmut in Deutschland: Gesunde Ernährung mit Hartz4 unmöglich!»…

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