Dass eine Bau- und Umweltausschußsitzung dermaßen lange dauerte, liegt schon lange zurück. In den Jahren 2001 bis 2003, als Flächennutzungsplan (FNP), Landschaftsplan (LP) und die ganzen Bebauungspläne rund um die Blomenburg und das Gewerbegebiet Haverkamp sich in der Diskussion befanden, war das eher »an der Tagesordnung«.
Gestern lag der Grund – neben einer doch umfassenden Tagesordnung – eher darin, dass in der Gemeindevertretung einige neue Mitglieder sind, denen naturgemäß das Hintergrundwissen fehlt und so jeder Tagesordnungspunkt gründlicher dargestellt wurde.
Was war auf der Sitzung? Zuerst die Formalia – die bürgerlichen Mitglieder Johannes Höper (OBS), Udo Petersen (CDU – daran muss ich mich erst gewöhnen) und meine Wenigkeit ( AFW) wurden per Handschlag verpflichtet, der stellvertretende Ausschußvorsitzende gewählt (ebenfalls meine Wenigkeit), ein Schriftführer fand sich bislang nicht.
Dann ging es Punkt für Punkt durch fast alle Baugebiete Selents:
Für den Möhlenkamp (B-Plan 5) wurde eine Entschlußempfehlung für die Aufhebung einer Pflanzbindung ausgesprochen, da sich der betreffende Knick nun nicht mehr am Ortsrand befindet und somit diese Funktion nicht mehr notwendig ist. In der Frage der Ausgleichsfläche wird eine einvernehmliche Lösung mit den Anwohnern angestrebt, die in nächster Zeit angeschrieben werden sollen.
Die Art und Weise der weiteren Sanierung der Goosbek (ehemaliger Bach durch Selent; Hauptentwässerung des Oberflächenwassers durch unsere Gemeinde) wurde lange diskutiert.
Dieses Vorhaben, das im Zuge der wasserrechtlichen Genehmigung des B-Plans 11 Goosbek angestoßen wurde, führte letztes Jahr zur Sanierung im Bereich des Dorfplatzes, wo rund 110 T€ verbaut wurden.
Nun muß darüber entschieden werden, wie am sinnvollsten weiter zu verfahren ist, da der weitere Verlauf bis hinter das Mutter-Kind-Kurheim (MKK) neu zu gestalten ist. Fürs Erste soll geprüft werden, ob die Eigentümer des MKK dazu bereit sind, sich an den Arbeiten rund um das Heim – Anlage einer offenen Mulde als Retentionsfläche und Schaffung eines höheren Durchflusses im Bereich der Feuerwehrauffahrt) finanziell zu beteiligen.
Im Oberlauf der Goosbek – innerhalb des B-Plans 11 – stehen ebenfalls noch wasserbauliche Maßnahmen aus (Entrohrung der Goosbek, Schaffung von Retentionsflächen), die die Situation im Falle eines Starkregenereignisses wie im Juli 2002 für die Ortslage deutlich entschärfen würde. Hier wird beim Investor, Herrn Hartmann, auf die geplante Umsetzung der Maßnahmen gedrängt.
Im Bereich Wehdenweg / Kösterberg ist eine kleine Überarbeitung des alten B-Plans 2 von 1967 notwendig geworden, beziehungsweise eine Neuaufstellung für einen Teilbereich, den B-Plan 13. Mit der Entwurfsskizze des Städteplaners zeigte sich das Land wie auch der Kreis Plön nicht einverstanden und haben eine Planung abgelehnt. Nun soll ein Gespräch mit den Genehmigungsbehörden klären, unter welchen Bedingungen ein B-Plan genehmigungsfähig sei.
Bezüglich der Umsetzung der Planungsvorgaben in den Baugebieten BP10 Blomenburg und BP11 Goosbek soll im nächsten Monat eine Begehung durch den Bauausschuß erfolgen. Das Ziel ist eine Aufstellung der Bereiche, in denen die Bauausführung (noch) von den Zielvorgaben des Bebauungsplans oder des Grünordnungsplans abweichen. Auslöser hierfür war die Feststellung, dass eine Ausgleichsfläche nach §9 (1) 20 des BauGB zur Zeit falsch genutzt bzw. noch nicht sachgemäß entwickelt ist.
Das waren in Kürze die wichtigsten Punkte der Sitzung. Und sonst? Der Landesentwicklungsplan wird in Kürze Thema werden. Hierfür habe ich auf der AFW-Website eine Linksammlung zur Diskussion darüber im Lande eingestellt.