Unter Beteiligung von rund 15, 14 (Presse zählt nicht? OK, ich bin lernfähig!)13 Zuhörern fand gestern eine Gemeindevertreter-Sitzung (GV) der Gemeinde Selent statt; mehr als die Hälfte davon waren Anwohner der Blomenburg-Baugebiete, die die Einwohnerfragestunde ausgiebig nutzten:
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Nachfrage zu den »Bauschutt«-Ablagerungen im Baugebiet Goosbek: Ein Anwohner berichtete, dass er diese bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises zur Anzeige gebracht hätte. Bei einer Ortsbesichtigung meinte eine Behördenvertreterin nach seiner Aussage, dass dies so nicht in Ordnung wäre und sie sich mit dem Amt Selent-Schlesen dazu in Verbindung setzen wolle. Bürgermeisterin Antje Josten hat davon noch keine Kenntnis, verwies auch darauf, dass es sich ihrer Kenntnis nach nicht um Unrat handele und dass die Ablagerungsfläche ein Privatgrundstück sei, die Gemeinde somit keine Einflussmöglichkeiten hätte.
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Umsetzung des B-Plans 11 im Verlauf der Goosbek: Hier ist im »Kreuzungsbereich« der Strasse mit der Goosbek geplant, dass die Goosbek entrohrt bzw. renaturiert und unter der Strasse durchgeleitet wird, was eine Brücke erforderlich macht. Davon ist noch nichts zu sehen. Daraufhin angesprochen erwiderte die Bürgermeisterin, daß Investor Dietmar Hartmann inzwischen von seinen Änderungsabsichten in diesem Zusammenhang abgerückt sei, und daß die Planung laut B-Plan 11 umgesetzt werden wird.
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Es wurde bemängelt, daß im Gemeindeblatt die vorhergegangenen Einwohnerfragestunden nur verkürzt und ohne seine schriftlichen Fragen abgedruckt worden sei. Dieses Heft wird vom Bauausschuß-Vorsitzenden Kalli Jipp ehrenamtlich erstellt und enthält in gekürzter Fassung die Protokolle der GVs, bzw. die wichtigsten Punkte daraus. Ansonsten: An den GVs kann jeder Bürger teilnehmen, wer sich informieren will, ist herzlich dazu eingeladen.
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Weiterer Kritikpunkt: Zur GV sei zu kurzfristig eingeladen und dazu noch ein Termin in den Osterferien gewählt worden, sodaß viele Bürger wegen Urlaub nicht daran teilnehmen könnten. Erwiderung: Ortsübliche Einladung im Bekanntmachungskasten eine Woche vor Sitzung, wie gesetzlich gefordert; in der Kieler Nachrichten erschien es am selben Tag, was aber eine Entscheidung der Lokalredaktion der OHZ sei. Termin nicht auf der Gemeindehomepage – grmbl, mea culpa…
Zur Terminfrage: Die GVs werden nach den politischen Erfordernissen festgelegt – z.B.: wann muss der Haushaltsplan 2008 veröffentlicht sein – und nicht nach der Frage, ob Bürger – oder auch Gemeindevertreter – gerade im Urlaub weilen könnten!
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Nach dieser eher humoristischen Einlage wurden die Themen wieder ernster: Eine Anwohnerin schilderte, dass sie in Sorge um die Zukunft sei, weil sie feststellt, dass die Kommunikation zum Investor und Besitzer der Blomenburg-Ländereien, Herrn Hartmann, immer schwieriger geworden sei, was den Zustand der Bebauungs- und umliegenden Flächen anginge. So sollten letzten Herbst Bäume gepflanzt werden, dies wurde jedoch nicht umgesetzt. Nur: die Pflanzlöcher sind offen, stellen eine Gefahr für Fußgänger und spielende Kinder dar. Die Waldwege seien in einem erschreckenden Zustand, im Eingangsbereich des Wohngebietes wäre ein grosser Haufen Baumschnitt abgelagert, und nicht absehbar, wann er beseitigt würde. Sie hofft darauf, dass die Gemeindevertretung einen grösseren Einfluss auf Herrn Hartmann habe, der anscheinend die Bewohner seiner Baugebiete mit ihren Anliegen nicht ernst nimmt.
Bürgermeisterin Josten erwiderte, dass die Gemeinde sich sehr wohl für die Belange der Selenter Bürger auf der Blomenburg einsetzen würden; so hätten sie zumindestens erreicht, dass die Pflanzlöcher durch Pfosten und Flatterband gesichert worden wären. Jedoch, die Kommunikation zwischen Gemeinde und Herrn Hartmann scheint nach Aussage vom Bauauschuß-Vorsitzenden Jipp auch nicht zum Besten bestellt zu sein, denn auf seine Email-Anfragen zu verschiedene Themen kamen beruhigende Antworten von der Blomenburg GmbH, nur die Umsetzung seiner Anregungen und Bedenken lässt anscheinend weiter auf sich warten.
Ergebnis dieses Diskussionspunktes: Antje Josten will Herrn Hartmann zu einer Einwohnerversammlung gewinnen, auf der dann Lösungen für die anstehenden Probleme gesucht werden sollten.
Persönliches Wort zu den Blomenburg-Fragen: Ich fand es gut und wichtig, dass die Anwohner mutig ihre Ängste und Sorgen vorgetragen haben – es ist unstrittig, dass hier mit vereinten Kräften eine Diskussionsbasis mit dem Investor Dietmar Hartmann gefunden werden muss.
Denn so kann es nicht weiter gehen – viele Fragen sind seit Monaten, wenn nicht seit Jahren offen, und wenn auch die Gemeinde keine rechtliche Handhabe hat, den Besitzer der Blomenburg-Ländereien zu einem gewünschten Vorgehen zu überreden, so steht sie doch in der Pflicht, alle ihre Bürger angemessen zu vertreten. Damit meine ich aber nicht, dass sie dies bislang versäumt hätte, nur – ein öffentlicheres Vorgehen wäre meines Ermessens angebracht.
Aber auch – der Ton macht die Musik. Und das wurde gestern abend auch deutlich, dass das Auftreten einzelner Anwohner wenig dazu beitrug, die Gemeindevertretung davon zu überzeugen, dass sie sich der Fragen annehmen sollten. Und das schadet der Sache…
Was gab es sonst noch auf der GV? – wir sind ja noch nicht über die Einwohnerfragestunde hinausgekommen
Die Hundesteuer musste erhöht werden, da die Gemeinde in Zeiten knapper Kassen lauf Kommunalverfassung dazuverpflichtet ist, ihre Einnahmemöglichkeiten – so weit es geht – auszuschöpfen. Die Sätze betragen nun in etwa 50% der landesweiten Höchstsätze – 40€ für den ersten, 60€ für den zweiten und 80€ für jeden weiteren Hund. Kampfhunde-Halter werden mit 163€ für den ersten und mit 245€ für jeden weiteren Kampfhund zur Kasse gebeten. Das sind eher theoretische Werte – kein Kampfhund gemeldet!
Der Haushaltsplan 2008 wurde verabschiedet. Beruhigende Meldung – er ist ausgeglichen. Das Haushaltsvolumen erhöht sich um 133.000€ im Vergleich zu 2007, und die Rücklagen werden um rund 4.000€ anwachsen – Peanuts bei einem Verwaltungshaushalt von rund 1,5 Mio € und einem Vermögenshaushalt von rund 350.000 €.
Im Gewerbegebiet Haverkamp sollen nun die letzten Arbeiten durchgeführt werden, nämlich die Begrünung mit Strassenbäumen, die Anlage eines Knicks und verschiedene Ausgleichsmaßnahmen. Dazu wurden Angebote eingeholt – Spannweite zwischen rund 40.000 und über 80.000 €. An das günstigste Angebot wird der Auftrag vergeben werden.
Es wurden Namensvorschläge für die Besetzung von Schöffen am Amts- und Jugendgericht Plön abgestimmt, der Wahlvorstand für die Kommunalwahl gewählt. Abschliessend berichteten die Bürgermeisterin und die Ausschussvorsitzenden aus ihrer Arbeit.
Kritisiert wurde noch die wachsende Selbstbedienungsmentalität der Bürger: Im Gewerbegebiet schrumpfte der Findlingshaufen von Monat zu Monat – die Steine waren eigentlich dazu gedacht, die Einfahrten zu den Grundstücken zu sichern. Im Neubaugebiet Möhlenkamp hat sich irgendjemand an den Weiden auf der Ausgleichsfläche »vergangen«, er / sie brauchte wohl Weidenpfähle. Die Bäume, die in den letzten Jahren zu Kopfweiden erzogen wurden, wiesen teilweise schon einen Stammdurchmesser von mehr als 15 cm auf – jetzt sind nur noch die Stümpfe übrig.