TZ Blomenburg: Stabiler Internetzugang mit eigener IP nun möglich

So, die Kuh ist jetzt wirklich vom Eis – die monatelang von einem Mieter des TZ angemahnte direkte Internetverbindung wurde gestern hergestellt, und alles läuft nun wie gewünscht.

Da fragt mensch sich, wieso es nicht »gleich« so ging. Aber anscheinend fehlte bislang der technische Sachverstand bei den Verantwortlichen. Aber das scheint Schnee von gestern zu sein.

Hat der Kapitalismus nicht gesiegt, sondern nur sich selbst überlebt?

Fragt Heribert Prantl in einem lesenswerten Artikel in der Süddeutschen Zeitung:

»Der Kapitalismus hat gesiegt. So sagt man, seitdem Kommunismus und Staatssozialismus weltweit gescheitert sind. Mittlerweile drängt sich aber der Eindruck auf, dass der Kapitalismus gar nicht gesiegt, sondern nur überlebt hat, womöglich auch sich selbst. Sieger sehen anders aus.[…]«

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende für den »freien« Finanzmarkt?

[…] the fall of Wall Street is for market fundamentalism what the fall of the Berlin Wall was for communism – it tells the world that this way of economic organization turns out not to be sustainable. In the end, everyone says, that model doesn‹t work. This moment is a marker that the claims of financial market liberalization were bogus.[…]

Lesenswertes Interview mit dem amerikanischen Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz zur Bedeutung der aktuellen Finanzkrise der Weltwirtschaft in der HuffPost.

Was haben sechs Richtige im Lotto mit Selent zu tun?

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Wie sechs Richtige im Lotto plus Zusatzzahl sei er für Selent, meinte bei verschiedenen Gelegenheiten der Blomenburg-Investor Dietmar Hartmann (bei einem Gespräch rund um den wegfallenden Spielplatz auch gegenüber mir), er könne es nicht verstehen, warum die Selenter ihm dennoch in den Rücken fallen würden.

Es wäre schön, wenn es so wäre… Aber ich habe da so meine Zweifel. Aber langsam, eins nach dem anderen: Die Blomenburg, das ist einerseits die denkmalgeschützte Burg mit den dazugehörigen Nebengebäuden, rund 20 weitere Gebäude auf dem Gelände sowie 68 ha Land (Wald, (Obst-)Wiesen, Äcker, Biotope, Gärten). Seit 1927 war das Anwesen im Landesbesitz, wurde als Landesjugendheim (»Heim für schwererziehbare Mädchen« in den Anfangszeiten) genutzt, der Wald und Park war für die Bewohner Selents nicht frei betretbar.

Als die Blomenburg 1996 verkauft werden sollte, verlangte das Land vom Käufer des Anwesens ein tragfähiges Nutzungskonzept. Dies lautete alsbald »Leben und Arbeiten auf der Blomenburg« – eine Verbindung zwischen

  • dem Technologiezentrum Klimaschutz (vormals: Venturepark Blomenburg) als public-private-partnership zwischen dem Kreis Plön, der Gemeinde Selent und Hartmanns Blomenburg GmbH, durch EU- und Steuergelder finanziert,
  • und der Ausweisung von mehreren Baugebieten, durch deren Vermarktung unter anderem der Unterhalt der Blomenburg refinanziert werden sollte. Diese Ausweisung sollte der Gemeinde Selent ausreichend Wachstumschancen für die nächsten 20 Jahre bieten, wofür die Gemeinde dem Investor bei der Bauleitplanung in vielen Punkten entgegenkam.

Ich stand bis vor zwei oder drei Jahren dem ganzen Vorhaben äußerst positiv gegenüber. Beruflich war ich damals in die Entwicklung des ersten städtebaulichen Konzeptes als Grafiker mit eingebunden; eine enge Beziehung zur Location Blomenburg erfuhr ich durch die Mitarbeit im Kunstprojekt Kunstpfadeww, das 1999 auf der Burg stattfand. Ich berichtete auf der Website des Wirtschaftsvereins über Veranstaltungen rund um die Blomenburg, und hatte mich auch hier im Blog dafür eingesetzt, weil ich den Eindruck gewonnen hatte, daß es sich um ein stimmiges Konzept für unsere Gemeinde handelte.

Als dann aber einerseits die Vermarktung der Baugrundstücke langsam zum Erliegen kam, andererseits vom Eigentümer Druck gemacht wurde, die weiteren Baugebiete zu erschliessen und alsbald die Infrastruktur der Gemeinde zu übergeben, kam ich ans Nachdenken, das mich nun so weit gebracht hat, allen Verlautbarungen über Vorhaben rund um die Blomenburg äußerst vorsichtig zu begegnen. Denn es gab bald weitere Kritikpunkte, hier nur einige davon:

  • »Schmetterlingshaus« (2004): Angedacht waren rund 80.000 Besucher jährlich, die die tropischen Schmetterlinge am Fuße der Blomenburg bewundern sollten. Nach mehrmaligem Umplanen des Bauantrages verschwand das Projekt sang- und klanglos in der Schublade, wo es nun auf einen solventen Umsetzer wartet;
  • der einzige Spielplatz für die geplanten über 200 Wohneinheiten wurde aus dem Bebauungsplan zugunsten eines weiteren Baugrundstückes gestrichen (2006fr). Herr Hartmann versprach auf einer Einwohnerversammlung am 29. Juni 2006 die Anlage eines »Pfades der Sinne« -versprach, wohlgemerkt, eine schriftliche Zusage dafür gibt es nicht, und von dem Projekt ist auch nichts mehr zu hören. Dies kann aber auch an der ungenügenden PR der Blomenburg liegen, nobody knows…;

  • die Bautätigkeit in den Neubaugebieten hat nun ganz aufgehört, ganz im Gegensatz zum Trend in der näheren Umgebung, wo sich Baugebiete schnell »füllen«;

  • die seltsame Kommunikation der »tatsächlichen« Auslastungszahlen des Technologiezentrums in der lokalen Presse tat ihr Übriges. Lange Zeit war von 20% Auslastung die Rede, beziehungsweise 18 Firmen mit 40 Mitarbeitern. Aktuelle Zahlen sind dem Hörensagen nach weder vom Kreis Plön (Hauptgesellschafter der Blomenburg Trägergesellschaft) noch von der Blomenburg-Betreibergesellschaft zu erhalten…

    Die geringe Auslastung an sich kann der schwierigeren wirtschaftlichen Situation geschuldet sein, auch hat die Genehmigung des Gebäudes durch denkmalschützerische Auflagen zu einer deutlichen zeitlichen Verzögerung geführt – nur: Probleme sollten offener kommuniziert werden, jede Heimlichtuerei lässt Schlimmes vermuten…

Aber ich bin leicht vom Thema abgewichen, den »sechs Richtigen mit Zusatzzahl«. Ich stelle nun einfach mal die Pro’s und Con’s gegenüber, wie sie sich nach meiner Sicht für die Gemeinde Selent und ihre Bürger ergeben:

Pro / Gewinn für Selent

  1. Die Burg, der Park und die angrenzenden Ländereien sind frei begehbar
  2. Die Burg und der Park sind in einen guten Zustand versetzt worden, werden weiter unterhalten bzw. entwickelt
  3. Das Graf-Blome-Café im Torhaus ist eine Bereicherung für Selent, da mensch nun in angenehmer, ruhiger Umgebung nachmittags seinen Kaffee schlürfen kann
  4. Es gibt zwei voll erschlossene Neubaugebiete
  5. Im Technologiezentrum steht günstiger Büroraum zur Verfügung, mit moderner technischer Ausstattung
  6. Mit der Neuausrichtung des Technologiezentrums auf Fragen der Energieeinsparung werden sich die Selenter Bürger stärker identifizieren können bzw. einen persönlichen Mehrwert erhalten (z.B. Energiemesse an diesem Wochenende)

Contra / Nachteile für Selent

  1. Gewünschtes Einwohnerwachstum steht in den Sternen. In den vergangenen zwei oder drei Jahren ist anscheinend kein Grundstück verkauft worden bzw. es wurden offensichtlich keine neuen Gebäude gebaut.
  2. Durch die Neubürger erhoffte sich die Gemeinde auch mehr Schulkinder, die die Stellung der damals geplanten und für sehr viel Geld renovierten und erweiterten Regionalschule stärken sollten. Nun hat die Schule am Selenter See leider den vorläufigen Status aberkannt bekommen (hoffen wir alle mal, daß eine Klage gegen das Land S-H fruchtet!)
  3. Der Investor erwartet von Selent, daß in absehbarer Zeit die Infrastruktur (Straßen, Gehsteige, Ver- und Entsorgung) in Gemeindebesitz übergeht. Nur – von was soll der Unterhalt und die Pflege finanziert werden, wenn keine Grundsteuereinkünfte zu erwarten sind? Und – bei starker Bautätigkeit (die hoffentlich irgendwann einsetzt), werden z.B. die Gehsteige wieder in Mitleidenschaft gezogen, die dann auf Kosten der Gemeinde wieder hergestellt werden müssten? Nein danke!
  4. Die Gewerbesteuereinnahmen durch das Technologiezentrum entwickeln sich ganz und gar nicht so, wie ursprünglich geplant.
  5. Es besteht unbestreitbar ein Bedarf nach Bauland in der Gemeinde, der zur Zeit auf der Blomenburg nicht gestillt werden kann. Eine Neuausweisung von Baugebieten ist aber nicht möglich, da das Land S-H und der Kreis Plön keine weiteren Baugebiete genehmigen wollen, solange die Baugebiete auf der Blomenburg nicht ausgeschöpft sind. Diese sind jedoch offensichtlich nicht (frei) verfügbar.

    Das heisst: In Selent herrscht Baustopp – gegen dem Willen der Gemeinde (so hoffe ich mal) und vieler Bauwilliger.

  6. Durch die Neubaugebiete hat Selent enorme Infrastruktur-Verbesserungen zu schultern. So ist meines Wissens die Dimensionierung des Ausbaus der Oberflächenkanalisation ab Seniorenwohnanlage bis weit hinter das Mutter-Kind-Kurheim (der erste Bauabschnitt wurde letztes Jahr am Dorfplatz durchgeführt) hauptsächlich auf die Erschließung des Baugebietes Goosbek zurückzuführen. Bislang ohne ausreichende Gegenfinanzierung durch Grundsteuereinnahmen.
  7. Selent hat weiterhin nur einen einzigen Kinderspielplatz.
  8. Entgegen der Zusage, die Blomenburger Allee nicht für den Durchgangsverkehr zu öffnen (B-Plan 11 Goosbek), ist sie nun zu einem Zubringer zwischen Martensrade und der Schule am See bzw. der Sporthalle geworden.

 

Mein Fazit:
Die Blomenburg bietet mit ihren Möglichkeiten unbestreitbar ein Potential für die Zukunft. Solange aber die Vermarktung von Grundstücken unterbleibt, sollte Frau oder Herr KommunalpolitikerIn es sich genauestens überlegen, welche Zugeständnisse sie noch an den Investor Dietmar Hartmann machen. Die Gemeinde braucht zuvor deutlich mehr Einnahmen aus dem Blomenburg-Projekt (Grundsteuer, Gewerbesteuer), um mit den zusätzlichen Kosten fertig zu werden. Auch könnte es sinnvoll sein, sich mehr auf Verträge und nicht auf mündliche Verlautbarungen zu verlassen.

Es helfen keine Versprechungen über Lottogewinne, es müssen belastbare Zahlen auf den Tisch, Einkünfte ins Dorfsäckel!

 

Schlußbemerkung: Diesen Beitrag wollte ich ursprünglich Ende 2007 schreiben. Dann habe ich mich aber zurückgehalten, als zum Jahreswechsel die Vermarktung der Blomenburg-Grundstücke von Herrn Hartmann auf einen Mitarbeiter überging und sich wieder Bewegung auf dem Blomenburger Grundstücksmarkt abzeichnete. Ich wollte damals keine unnötigen Vermarktungshindernisse aufbauen. Zwischenzeitlich hat anscheinend Herr Hartmann selbst das Ruder wieder übernommen, Grundstücksverkäufe kamen nach der Auskunft Beteiligter nicht mehr zu Stande.

Da in den letzten Wochen die Blomenburg-Thematik vielseitig diskutiert wurde (Zusammenstellung auf der Seite »Aktuell« der OBS, dort ist auch der offene Brief von Herrn Hartmann an die Bürger Selents abgedruckt), will ich hiermit meinen Teil zur Diskussion beitragen.

Manche Selenter werden sich nun fragen, wieso ich diesen Artikel nicht auf den Seiten der AFW veröffentliche, für die ich am 25. Mai 2008 als Gemeindevertreter kandidiere. Ganz einfach – dies ist meine persönliche Meinung, und ich habe darüber noch nicht in der Fraktion diskutiert. Inhalte, die nicht von der AFW abgesegnet wurden, bleiben hübsch auf meinem Blog!

Session 1 – Joachim Rumohr über XING

Profil: Professionelles Bild reinstellen, wenn mensch Xing professionell benutzen will.

Firmenbezeichnung, damit mensch sofort klar wird, was mensch macht

Suche/Biete: ein bis zwei knackige Sätze (Schlüsselworte sind suboptimal, da Einzelbegriffe als Links zu möglicherweise hunderten anderer Anbieter gehen

Suchen – was brauchst Du, damit das Netzwerk Dir was geben kann? Suchen ist nicht die Umkehrung des Bieten-Bereichs, sondern eher persönliche Ansätze, brauche Zahnarzt in Hamburg, Adapter für XYZ-Rechner etc. macht mehr Sinn als »Suche Kunden, die … brauchen«. Nicht zu häufig, denn dann wirds wie SPAM.

Berufserfahrung: Auch sonstige aktuelle Tätigkeiten (Blog, Gruppe moderieren, etc. pp)

Stotternde WLAN-Verbindungen sind ein Graus, vor allem, wenn mensch mit BlogDesk publiziertseufz

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