Modern media: Twitters korrigieren die traditionellen Medien…

Der Blogger Joachim Dethlefs (Blog: Journalist & Optimist, @jo_dethlefs) aus Hamburg schrieb vor wenigen Stunden als Fazit seines Artikels »Abendzeitung und Welt-Kompakt halten interredaktionellen Austausch via Twitter«:

Eventuell ist es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Redaktionen einzelne Beiträge kurz vor dem Druck noch mal von engagierten Twitterlesern kostenlos Korrektur lesen lassen.

…und schrieb kurz danach (»Schwarmintelligenz erhöht via Twitter die Qualität der Massenmedien«):

Nun, ja. Es hat wirklich nicht lange gedauert. Um genau zu sein, nur wenige Stunden…

Er führt Beispiele an, wie SpOn-Leser über Twitter dem Online-Chef Fehler melden, die dann umgehend korrigiert wurden.

Yup.

AAL – die Presse stellt die wichtigsten Berichte zuerst online, die werden von Lesern lektoriert und ggf. nachrecherchiert. Anschliessend gehen die korrigierten Artikel in den Print.

Da bahnt sich eine spannende (und kostensparende) Zusammenarbeit an ;-)

Modern media: Deutsches Politiksystem nicht internetkompatibel

Jens Berger meint zum Internet-Wahlkampf in Deutschland:

 

Es ist aber falsch, vor diesem Hintergrund von Politikverdrossenheit zu sprechen – im Netz wird lebhaft und engagiert über Politik diskutiert. Es handelt sich um eine Systemverdrossenheit. Das Netz will partizipieren, kann es aber nicht. Das deutsche Politiksystem ist nicht internetkompatibel. (Jens Berger , Der Freitag, 6.2.09, »Der Wandel scheitert am Proporz«)

Das Wochenthema des neuen Freitags, der heute gelauncht wurde, lautet »Klick den Kanzler« und beschäftigt sich mit Fragen rund um die Internet-Aktivitäten der deutschen Parteien.

Ich verfolge als Follower auf Twitter, wie sich hier in Schleswig-Holstein langsam die ersten Politiker in Position bringen, allen voran @Ralf_Stegner, der täglich online ist. Zur Zeit dient Twitter stark zur Vernetzung von und zum Austausch zwischen politisch Aktiven vor Ort. Ob das Ganze einen Wahlkampf-Beitrag liefern kann, muss sich erst noch erweisen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Jungwähler leichter übers Web2.0 bzw. SocialNetworks erreicht werden können, und weniger über die klassische Wahlwerbung mit viel Papier und Plakaten.

Wo soll das alles enden – too much information?

Bin ja ein News- und Info-Freak, aber irgendwo ist eine Grenze. Ich weiss nicht, wie manche Twitterer mit hunderten von Freunden klarkommen – mir reichen meine 65 schon ;-)

twittercounter1

Modern Media: Twitter-Tools und sonstiges Gezwitscher

In den letzten Tagen war ich fauler, was das Twittern anging. Wochenends halte ich mich meist vom Internet fern, und Webworking war in den letzten Tagen weniger angesagt, mehr offline-Arbeiten am Rechner (ja, das geht auch, und – dabei bin ich meist konzentrierter, als wenn nebenan noch das eine oder andere Programm an meinen Nerven zerrt, zwitschert oder mich auf neue (Spam-)Mails aufmerksam macht.

Das Eine oder Andere ist mir dennoch widerfahren… so zum Beispiel

Mr Tweet – wer könnte in Deiner Follower-Liste noch fehlen?

Wenn mensch MrTweet folgt, dann bekommt mensch schnell eine direkte Nachricht (DM, direct message) von dem Programm, das eine/n auf eine eigene Seite lenkt, auf der mensch auf Vorschläge, welchen Twitterern mensch im eigenen Netzwerk noch folgen könnte sowie Angaben zur eigenen Twitternutzung, aufmerksam gemacht wird.

Interessant finde ich es, wie das Programm Leute ausmacht, die quasi im selben Umfeld wie mensch selber aktiv sind; Kennzeichen ist eine mehr oder weniger grosse Überschneidung mit der eigenen Freundesliste.

Zu jedem Twitterer werden Statistiken angeboten – Anzahl Freunde, Anzahl Follower, durchschnittliche Anzahl an Tweets je Tag (wichtige Grösse! Ich verlier leicht den Überblick – zum Beispiel habe ich SpiegelOnline1 schnell wieder ge-unfollowed, weil sie Twitter mit News zuspammen – darauf habe ich nun mal keinen Bock!) und weitere Angaben aus deren Profilseite.

politcamp09 am 2./3. Mai 2009 in Berlin

Angestossen und organisiert von Valentin Tomatschek, dem die Idee kurz vor Cems mbc09 in Hamburg kam, schnell reifte und bald online ging.

Ursprünglich für den 9./10. Mai 2009 geplant, wurde die (Un-)Konferenz politcamp09 nun um eine Woche vorverlegt. Nach nur einer Woche Kartenverkauf sind die ersten 100 Tickets zum Sonderpreis schon weg – die Veranstaltung stösst auf grosses Interesse.

Das Thema – Obama, Web2.0, Wahlerfolge. Die deutsche Politik fängt an sich zu regen, stehen wir doch vor einem Superwahljahr, und 2010 folgt auch noch die eine oder andere. Nur, kommen die Politiker Deutschlands auch mit dem Web klar? Aus dem pc09-Blog:

Es gibt zwar einige Ansätze von den Parteien, doch entweder sind sie ungenügend umgesetzt oder richten sich mehr nur an die eigenen Mitglieder. Oft beschleicht einen auch das Gefühl, dass die Politik nahezu Angst hat wirklich im Netz zu agieren.

Doch wie kann man die alten Strukturen aufbrechen? Hilft es wirklich, wenn immer nur Forderungen an die Politik gestellt wird? Kann nicht auch dieser Wandel von der Basis her initiiert werden? Kann man die Politik gar “an die Hand” nehmen. Um nicht zu sagen: “Sanft in eine gute Richtung stoßen?”

Ich weiss leider nicht, ob ich hinfahren werde – zeitgleich findet in Selent der erste Kulturmarkt statt. Obwohl, andererseits, im September folgt der zweite – vielleicht sollte ich mir doch eine Karte für #pc09 reservieren, los wird mensch sie auf jeden Fall wieder …

Ergänzung: Im Lande #SH wird schon politisch getwittert, verhalten zwar, aber die Anzahl der Politiker bei Twitter wächst an. Schwerpunkt liegt natürlich im Bereich der Jüngeren (GrüneJugend, JU, Juso,…), aber ein veritabler Landesvorsitzender ist auch dabei – @Ralf_Stegner. Eine ausgezeichnete Liste hat der Ahrensburger Johann von Hülsen, JU, auf seinem Blog erstellt. Er kommt zu dem Ergebnis: »Beeindruckend finde ich das Übergewicht der CDU in Stormarn. Landesweit ist wohl noch die SPD vorne. Sollten aber die vor Kurzem angelegten Accounts aus dem Landesvorstand der Jungen Union noch alle Aktivität entfalten könnte sich das Blatt schnell wenden. Der Vorsprung ist nämlich wirklich nicht groß. Vielleicht auch schon aufgeholt?»

Ausgang der Schlacht noch offen – bis 2010 (Landtagswahl SH) ists ja noch ein Weilchen hin. Trotzdem, der Wahlkampf auf Twitter treibt die ersten Blüten – oder etwa nicht? Vor ein paar Tagen fiel mir ein (augenscheinlicher) Genosse auf, der unter dem Namen @stegnersfanclub fröhlich poetische Sinnsprüche pro-Stegner verfasste – manchmal ganz schön deftig: »2010 daran besteht kein Zweifel, schickt Stegner den Harry in Rente in die Eifel.« oder »Im Norden weht ne steife Briese. Ralf ist unser roter Riese der 2010 die Wahl gewinnt,weil Opa Harry nix mehr bringt«.

Na gut, dachte ich, aber das wird es nicht so ganz bringen. Ein Stohfeuer halt. Aber followen wir dem guten Manne mal…

Heute morgen war ich denn bass erstaunt, hatte ich doch einen neuen Freund namens @Carstensen2010, wobei ich mich nicht dran erinnern konnte, jemanden diesen Namens gefolgt zu sein2.

WTF, nichts geraucht und nichts getrunken, nicht übernächtigt am Rechner / Handy gesessen…

Mal schauen, was schreibt der Gute denn so – oha, aus der SPD aus- und in die CDU eingetreten? Zuvor ein Tweet »So Schluss mit Twitterwahlkampf für Ralf Stegner, die SPD ist undankbar und schätzt meine Unterstützung nicht. Wechsele zur CDU.«.

Eieiei, klar, nicht jeder Wahlkampf weiss zu gefallen, kann ich nachvollziehen. Ich würde mir meine Wahlkampf-Sprüche auch lieber selbst texten. Jetzt bin ich gespannt, welche Gruppierungen im Laufe der Monate noch in den Genuss wahlkämpferischer Poesie kommen werden – auf CDU-Linie isser schon (»Angela Merkel-Weltklasse für Deutschland«).

P.S. Ich bin mir nicht sicher, ob die Chose echt ist, könnte ebenso eine Realsatire auf obama-eskes Verhalten (nord-)deutscher Provinzpolitiker sein. Lassen wir uns überraschen!


  1. interessant auch, wie SpOn schnell auf den Zug aufgesprungen sind – vor wenigen Wochen lästerten sie noch unheimlich über Twitter – zu Zeiten von #bombay oder #gaza [back]
  2. das Denglisch bringt mich noch um! Twitterdeutsch ge-followed, gefolgt, verfolgt, gestalkt,… ist mir heute abend zu hoch, da ne erträgliche Ableitung zu erfinden [back]

Modern media: Live-Twittern von »VIPs: Visionen, Ideen, Projekte« (Düsseldorf)

Der BusinessClub innovativ-in aus Düsseldorf hält heute zum Thema »VIPs: Visionen, Ideen, Projekte« ein Treffen ab. @JoergWeisner und @whorbach berichten abwechselnd live von den Vorträgen – wie sie sichs nun aufgeteilt haben, wird mensch gleich zu sehen bekommen – Jörg hat nun das erste Bild getwitpict:

Share photos on twitter with Twitpic

19.1.09: Bild ist bei TwitPic nicht mehr verfügbar, dürfte vom Autor selbst gelöscht worden sein :-(

Und – nun tweetet es im Akkord: Schaut es Euch einfach unter twialogue an – alle Beiträge der beiden. Vorsicht – die Seite lädt ewig…

BTW: Ich war mir vorhin ganz sicher, dass ich dazu heute schon einen Beitrag geschrieben hätte. Hab mich nicht getäuscht. Nur – nicht aufm Blog, sondern einen Tweet.

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