Doc Sarah schrieb heute einen ein bisserl kryptischen Artikel, in dem sie die Verbindung zwischen Al Gore, seinem Film »An inconvenient truth« und LOHAS zieht.
LOHAS?
LOHAS ist die Abkürzung für »Lifestyle of Health and Sustainability«, also die Ausrichtung unserer Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit:
LOHAS companies practice »responsible capitalism« by providing goods and services using economic and environmentally sustainable business practices. […]
LOHAS consumers, sometimes referred to as Lohasians, are interested in products covering a range of market sectors and sub-sectors, including: Green building supplies, socially responsible investing and »green stocks«, alternative healthcare, organic clothing and food, personal development media, yoga and other fitness products, eco-tourism and more.
So gesehen eine neue Form von bewussten Wirtschaftens und Konsumierens, neue Ökoaktivisten. Nicht nur mehr die Birkenstock- und Latzhosenträger, die wir vor 20 Jahren waren, eine vernachlässigbar kleine Schicht in der linken Szene, sondern eine breite Bewegung.
Wäre ja mal an der Zeit…
Links: LOHAS Deutschland und das LOHAS-Blog… Und noch ein LOHAS-Blog (Tipp von Wolfgang Horbach, GlücksNetz Blog).
BTW: Sarah hat fünf DVDs vom Film zu verschenken. Wer sich beeilt, bekommt vielleicht noch ein Exemplar. Ich werd mir den Film bei Jörg Weisner anschauen – ein Exemplar für Selent reicht…
Ergänzung 16:03 Uhr: Ich habe gerade noch ein bisschen nach LOHAS gegoogelt. Anfang 2006 schrieb der focus über den Megatrend 2006 über »Gesundheit als Lebensstil«. Fazit damals:
Die gute Nachricht ist: Wer sich dieser Gruppe zugehörig fühlen will, muss seine Pullis nicht selbst stricken. Mit den konsumverweigernden „Müslis“ von einst hat die LOHAS-Bewegung wenig zu tun. Im Gegenteil, LOHAS-Jünger legen Wert auf Ästhetik und Qualität und sind bereit, dafür viel Geld auszugeben. Öko ist nicht nur salonfähig geworden, es darf sogar Spaß machen.
Ästhetik, Qualität – na, wir werden sehen. Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass es ein neuer Hype ist. Und Hypes haben die Eigenschaft, irgendwann von etwas Neuem, Coolerem abgelöst zu werden. Denken die Menschen nun neu-grün, nur weil Madonna und andere Grössen des Showbiz das gerade toll finden, oder ists eine Grundüberzeugung von ihnen selbst?
Auf der deutschen LOHAS-Seite, die ein bisschen verwirrend aufgebaut ist, findet sich unten sowas wie ein mission statement, das auf eine Studie des Zukunftinstituts von M. Horx zurückgeht:
Alles wird grün. Jetzt ist es so weit. Auszug aus der aktuellen Studie 02/2007 des Zukunftsinstituts. Diejenigen, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt hatten, verändern unsere Wirklichkeit. Aus Müslis werden Marktführer, aus Alternativen werden Avantgardisten. Doch dieses Mal sind die neuen Ökos keine grimmig dreinschauenden Weltverbesserer. Es ist ein zukunftsoffenes, lebensbejahendes Drittel unserer Gesellschaft, das in den nächsten Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach die Mehrheit unserer Gesellschaft ausmachen wird.
Ein neuer Lebensstil zeichnet sich ab. Wir möchten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, diesen neuen Lebensstil, der in den nächsten fünf bis zehn Jahren unsere Konsummärkte auf den Kopf stellen wird, in dieser Trendstudie vorstellen. Die Rede ist von den LOHAS, den Vertretern des Lifestyle of Health and Sustainability[…]
Was will der Autor uns damit sagen?
Die Müslis und Alternativen waren lebensablehnende, rückwärtsgerichtete Weltverbesserer?
Nein, er spricht ja von einer Wandlung. Also, nochmals: Müslis wandeln sich zu Marktführern (das hatten die Bioanbauverbände immer vor…), Alternative wandeln sich zu Avantgardisten (heisst Avantgardismus, dass nun der Rubel rollt im Gegensatz zu früher?) und die verbissenen Weltverbesserer wandeln sich zu zukunftsoffenen, lebensbejahenden Ökos.
Seltsame Überzeugungsarbeit. Nur über ein lebensbejahendes, zukunftsoffenes Konsumangebot werden die Menschen freudig grün, leben grün, kaufen grün?
Denken auch grün?
Die Zukunft wirds zeigen…
Voranstehenden ist nur als Rant eines unverbesserlichen Pessimisten zu sehen