Ungeliebter Wildwuchs im Baugebiet Möhlenkamp

Bei einigen Bewohnern des Selenter Neubaugebiets »Möhlenkamp« regt sich Unmut. Die im Norden und Osten an die Grundstücke angrenzende gemeindeeigene Grünfläche ist vielen Anwohnern ein Dorn im Auge, da sie – mit Brennesseln oder Weidenaufwuchs bestanden – ein ungepflegtes Bild biete. Die Gemeinde solle dort mehr für Ordnung sorgen, so der Tenor.

Bei dieser Fläche handelt es sich um eine sogenannte Ausgleichsfläche : Nach §9 (1) 20 des BauGB (Baugesetzbuchs) müssen Eingriffe in Naturhaushalt und Landschaftsbild, die von einem Vorhaben (hier: Bebauung, Versiegelung innerhalb des Baugebiets) durch Ausgleichsmaßnahmen ausgeglichen werden.

Sprich – werden irgendwo Flächen versiegelt, sollte an einer anderen Stelle eine bestehende Versiegelung aufgehoben werden. Das ist so in den meisten Fällen nicht möglich, sodass ein andersartiger Ausgleich angestrebt werden muß. Das kann dadurch geschehen, dass vorher landwirtschaftlich genutzte Flächen erworben und aus der Nutzung genommen werden, sodass sich mit der Zeit naturnahe Flächen mit hoher Leistungsfähigkeit für den Naturhaushalt neu entwickeln können.

In diesem Fall legte der Grünordnungsplan (der landschaftsplanerische Begleitplan zum Bebauungsplan, GOP) fest, dass

»die Entwicklung der Ausgleichsfläche […] als Wiese und Staudenflur, durchsetzt mit einzelnen, niedrigen Gehölzen standortgemäßer, heimischer Arten erfolgen [sollte].«
Quelle: GOP zum B-Plan Nr. 5, 1. Änderung, ALSE GmbH Selent

Entwicklungsziel ist also eine Wiese und Staudenflur. Das bedeutet, dass die Fläche nur selten gemäht werden braucht – es soll nur verhindert werden, dass sich Gehölze dauerhaft und flächendeckend ansiedeln. Der GOP fordert sogar eindringlich, dass folgendes auf dieser Fläche zu unterlassen sei:

»Die Errichtung von Schuppen, […], Lager- und Kompostplätzen, […], die Anlage von Blumenbeeten […] ist unzulässig, ebenso eine Pflege als Rasen oder die Ausbringung von Dünger oder Pflanzenschutzmitteln, da Letzteres die geschützte Seeufervegetation beeinträchtigen könnte«.
Quelle: vgl. oben.

Es handelt sich bei einer Ausgleichsfläche eben nicht um eine weitere öffentliche Grünfläche, die von der Gemeinde parkmässig zu pflegen ist, sondern um eine Fläche für den Naturhaushalt, deren Unterhalt nur geringe Eingriffe erlaubt.

Hintergrundinformationen: Eingriffsregelung in Deutschland (Wikipedia),

Uuups, Fettnäpfchen – aber egal… (2)

Eine Entschuldigung von meiner Seite an die OBS – ich habe auf die rhetorische Frage »Wer tut was?« anscheinend zu humoristisch reagiert und mit meinem Kommentar das Feuer noch zusätzlich angefacht, sodaß der Autor der Frage (über dessen Person ich nur Vermutungen anstellen kann) mein Vorgehen nun als »unerhörten Affront« bezeichnet. Tut mir Leid, so war es nicht gemeint.

Den vorherigen Artikel mit dem Titel »Uuups, Fettnäpfchen – aber egal… « habe ich eingestampft, da er sich einerseits auf Aussagen der OBS-Website bezog, die nun gelöscht oder umformuliert sind, und ich andererseits es nicht für sinnvoll halte, aus solch einer Mücke einen Streitelefanten zu machen.

Grundsätzlich finde ich es sinnvoller, lieber eine Frage mehr im »real life« auf den Straßen von Selent zu stellen als rhetorische Fragen im Internet, aber das ist mein Problem ;-)

Für meine Berichte wird jedoch zukünftig gelten, daß ich keine Aussagen der OBS mehr zitieren oder auf ihre Website verlinken werde, da sie sich anscheinend öfters ändern, also nicht zitierfähig im eigentlichen Sinne sind. Den (Denk)Fehler, den ich mir zuschreiben muß, ist mein zu sehr print-orientiertes Denken (»wer schreibt, der/das bleibt«) bzw. daß ich meine eigenen Ansprüche – Änderungen mit Datum auf dem Blog kenntlich machen, damit Links von Externen nachvollziehbar sind – verallgemeinere.

Dit un dat utn Dörp

Bevor ichs vergesse – die Kirchengemeinde Selent ist seit kurzem im Internet zu finden, unter dem sprechenden Namen www.kirche-selent.de, wobei ich nicht so recht weiss, ob sie nur die Kirche oder die ganze Gemeinde meinen. Aber mensch sollte es nicht so genau nehmen.

Morgen ist um 19 Uhr im Selenter Hof die spannende konstituierende Sitzung der Gemeindevertretung Selent. Leider, leider kann ich daran nicht teilnehmen, da ich zeitgleich einen beruflichen Termin habe, den ich nicht verlegen konnte. Aber es gibt ja ausreichend Zuschauer, die mir dann das Wesentliche berichten können ;-)

Bloggende Wahlberichterstattung – was hat es gebracht?

Das war das erste Mal, dass ich hier im Blog einen Wahlkampf so intensiv begleitet habe. Ich versuchte dabei, nicht in eine Schlammschlacht zu geraten, und bei aller abweichenden Meinung meinerseits die Information der Leser nicht zu kurz kommen zu lassen. Kurz ein paar Eindrücke dazu:

  1. Es gab viele Gespräche mit Freunden und Bekannten, die sich auf meine Blog-Artikel bezogen. Diskussionen, die nicht hier im Blog, sondern irgendwo im Dorf stattfanden, beim Einkaufen, im Krug, überall, wo wir uns getroffen haben.
    Selbst einen Kommentar zu schreiben, ist für viele noch ungewohnt oder sogar befremdlich – dreckige Wäsche wäscht mensch ungern in der Öffentlichkeit.
    Der Zuspruch war grösser, als ich geglaubt hatte. Kann sein, dass ich den einen oder die andere durch meine Blogbeiträge zur AFW geleitet habe (das eine oder andere Gespräch erlaubt diesen Schluß);
  2. Einige sprachen mir ihr Beileid aus, dass das Blog erstens »von der OBS inhaltlich ausgeschlachtet« und zweitens »für unmögliche Diskussionen mißbraucht wurde«. Damit konnte ich nun gar nichts anfangen, da beides ja in meinem Sinne war.
    Was kann mir Besseres passieren, als dass meine persönliche Sicht der Dinge breiter diskutiert wird, mehr Leser erreicht? Die OBS war in so weit auch ein guter Multiplikator, haben sie doch einen Link nach hier direkt im Kopfbereich ihrer Seite.
    Dass hier ausladend, manchmal auch heftig diskutiert wurde – das liegt in der Natur der Sache bzw. an den Eigenheiten der Personen, die sich hier kommentatorisch betätigen. Aber das ist ja auch der Sinn eines Blogs – keine Einbahnstraße, sondern die Möglichkeit, dass LeserInnen zeitnah und unzensiert ihre Meinung kundtun können. Im Gegensatz dazu dauert es bei der Lokalpresse seine Zeit, bis ein Leserbrief erscheint, und die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Wer die Zeitung nicht regelmässig liest, kann mit den Leserbriefen nichts anfangen.
  3. Live-Berichterstattung ist die Hölle, wenn mensch technisch nicht gut ausgestattet ist. Ich habe gestern versucht, vom Wahllokal über Handy das Blog zu füttern – schwierige Übung. Mit WLAN und Notebook wäre es einfacher gewesen, aber war halt nicht…
    Die Probleme gehen los mit der bescheidenen Texteingabe (hat T9 das Wort nun verstanden oder nicht?), über den kleinen Bildschirm, der ein sinnvolles Nachverfolgen der Kommentare der Leser kaum zuläßt, hin zu der Einschränkung, dass mensch sich aufs Kommentieren beschränken muss, weil komplette Artikel per Handy zu verfassen einfach unmöglich ist.
    Andererseits – es ist einfach aktuell, zeitnah. Für solche Fälle (Veranstaltungen, Wahlen) ist es schon sinnvoll, wenn mensch sich seiner Leserschaft sicher sein kann (ich wusste gestern abend von ca. 10 Menschen im Selenter Hof, die meiner Berichterstattung »lauschten«, dass war mir genug).

Nun ist fürs Erste genug gebloggt über Selent, interessant wird es erst wieder bei der konstituierenden Gemeindevertretersitzung, wenn ein/e BürgermeisterIn gewählt und die Ausschüsse besetzt werden soll/en.

alea iacta est – jetzt heisst es nur noch warten

Anscheinend ist zur Zeit mehr als die Hälfte der Kreistags-Auszählung gemeldet (62 von 93 Stimmbezirken (19:01 Uhr)):
kt2008-wze1900
Mit der Gemeindeauszählung wird es noch ein bisschen länger dauern. Liveberichterstattung ist leider nicht – die WLAN der freien Schule reicht nicht so weit (war nur ein Scherz…).

Update 21:00 Uhr: Kreistagswahl-Ergebnisse der Gemeinde Selent:
kt2008-selent

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