Frühling kam mit Blitz, Donner und Wolkenbruch

27. Mrz 2006, 9:45 PM (fhu) ♥ Selent · Translation: en fr

Wir haben alle auf den Frühling gewartet. Lange genug lag der Schnee, war es tagsüber noch frostig. In den letzten Tagen kündigte sich langsam eine Wetteränderung an – und heute zeigte das Thermometer unglaubliche 16,7° Celsius. Der Schnee verschwand über Tag, und auf dem Teich meines Nachbarn (der rund 150 m² groß ist) war das Eis bis auf wenige Reste weggeschmolzen.

Abends wurde es dann sehr schnell dunkel, und auf einmal tobte ein starkes Gewitter direkt über Selent. Ein Wolkenbruch ging nieder, den ich nur am Rande zur Kenntnis nahm. Ich trennte meinen Computer und meine Telefonanlage vom Netz (sicher ist sicher) und vertiefte mich wieder in meine Arbeit.

Irgendwann hörte ich ein Pfeifen und Rufen im Garten, ich ging raus, und meine Nachbarin erzählte, dass ihr Gartenteich wieder wie vor 3 Jahren übers Ufer getreten sei, ich sollte doch vorsichtshalber Sandsäcke bereitstellen. Sandsäcke????

Hä, habe ich da was verpasst? Regenzeug an, Taschenlampe, Fotoapparat und raus. Tatsächlich. Das Wasser war zwar schon deutlich zurückgegangen, aber ich konnte erahnen, dass der hintere Teil meines Gartens auch unter Wasser gestanden haben muss. FFW Selent im Einsatz im Bereich WehdenwegAuf der Straße stand ein Fahrzeug der Feuerwehr und war am Pumpen. In einer benachbarten Strasse standen Keller unter Wasser.

Wie mir ein Nachbar berichtete, war das Wasser wieder kniehoch den Wehdenweg herab geschossen. Eigentlich sollte nach der Erschliessung unseres neuen Gewerbegebietes die Vorflutverhältnisse auf dieser Seite von Selent geregelt sein, aber …vielleicht mal wieder eine Verknüpfung ungünstiger Umstände? …die Äcker noch gefroren, sodass sie kein Wasser aufnehmen konnten? Sicherlich.

Aber – andererseits kann es nicht sein, dass die vorhandenen Abläufe sich sofort dichtsetzen und das Wasser nur über sie rüberströmt. Und – dass die Kanaldeckel in dem Bereich so schnell hochkommen, weil das Wasser zum grossen Teil über das Gewerbegebiet hätte abfliessen müssen. Naja, die Gemeinde hat zur Zeit sowieso einige Wasserfragen zu klären, sodaß die heutigen Ereignisse diese Diskussion beschleunigen dürften.

Pumpaktion im Bereich des MKKIch hab dann noch einen kleinen Gang durchs Dorf gemacht. In der Nähe des Mutter – Kind – Kur – Heim war die Feuerwehr ebenfalls fleissig am pumpen. Dort meldete die Pumpstation Alarm, sie schaffte die Wassermassen nicht mehr.

Beim Ententeich am Pastorat quakten die Enten, die sich auf die wenigen Steine, die noch aus dem Wasser ragten, geflüchtet hatten. Hier fehlten nur noch wenige Zentimeter, dann wäre der Teich samt Fischen mal wieder auf die Strasse geschwappt.
 
 
 
 

Nachtrag 2.4.06: Ich hab mir die Ursache »stromaufwärts« mal angeschaut — kein Wunder! Es wurde im letzten Jahr am Ortsausgang 1. ein Gewerbegebiet erschlossen und 2. die schmale Strasse bis zu einem neuen Baugebiet ausgebaut. Dabei wurde übersehen, dass am Rande des angrenzenden Ackers wieder ein Strassengraben angelegt werden musste. Das unterblieb, und so fliesst bei Starkregenereignissen das Wasser von den angrenzenden Flächen direkt ins Dorf.

Dabei wird es aber nicht bleiben, es wird schon überlegt, wie dem abgeholfen wird.

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