Kulturtipp: Geschichtenbauer Stührwoldt im Lutterbeker

Anfang diesen Jahres las der Bio- und Geschichtenbauer Matthias Stührwoldt hier in Selent, am 6. Januar 2007 ist er um 21 Uhr im Lutterbeker zu hören:

Matthias Stührwoldt, Jahrgang 68, ist Bio-MilchGrünlandAckerundGeschichtenbauer in Stolpe im Kreis Plön. Winterzeit ist Erntezeit. Zumindest gilt das für den Geschichtenanbau auf dem Hof von Matthias Stührwoldt. Neue Texte wachsen das ganze Jahr, im Winter sind sie reif und können geerntet werden – nicht mit Döscher, Häcksler oder Ladewagen, sondern mit dem Computer. Zur Zeit arbeitet Matthias Stührwoldt an seinem noch namenlosen dritten Buch, aus dem er heute unter anderem vorlesen wird. Hoffen wir auf eine gute Ernte…
“Ich hab’ es meinem Mann abends auf dem Sofa vorgelesen und er ist nicht eingeschlafen”. (Eine Bäuerin)

Kurz und Knapp: Web-Fundstücke 5

Autorenhonorare für Blogger?

METIS von VG Wort
Nach einer Meldung von telepolis wird die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), die bislang die (Zweit-)Nutzungsrechte von Autoren in den klassischen Medien (Print, Radio und TV) überwachte, nun auch eine Ausschüttung für im Internet veröffentlichte Texte vornehmen.

Das Geld stammt aus den pauschale Kopierabgaben auf IT-Geräte (bislang CD- und DVD-, bald aber auch Drucker etc.), an denen die VG Wort beteiligt ist.

Wie gewohnt, ist das Verfahren alles andere als unbürokratisch (grafische Übersicht bei VG Wort), und soll voraussichtlich auch nur für Texte ab 1800 Anschlägen gelten, die mehr als 3000 PI pro Jahr aufweisen. Dies träfe dann nur auf stark frequentierte Blogs zu. [via medienrauschen]
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Andere Formen des Geldverdienens mit Blogs schildert Perun in seinem Artikel Werbeeinnahmen mit Weblogs.

Sind Urheberrechte noch zeitgemäss…

…fragt sich der Elektrische Reporter und interviewt zu diesem Thema den amerikanischen Rechtsprofessor Lawrence Lessig, der vor vier Jahren die Creative-Commons-Licence entwickelt hat (Link zum Podcast).

Lessig bezeichnet das noch heute geltende Copyright als eine historische Ausnahme des 20. Jahrhunderterts, da es die Rechte von einer geringen Anzahl an Kulturschaffenden (Musikern, Komponisten) und -verwertenden (Verleger etc.) untereinander regelte, aber die grosse Mehrheit der Bürger davon unberührt ließ. Heute nun sei es anders, da jeder CDs produzieren, Zeitschriften in Form von Blogs herausgeben kann. Und so kommt es zu Fliessbandabmahnungen von Websites, Verfolgung von Musiktauschbörsen etc. Lessig fordert darüber hinaus ein medienübergreifendes Zitatsrecht [via law blog].

Blicke über den Tellerrand…

…erweitern den eigenen Horizont. Das trifft auf auf das Bloggen und Blog-Lesen zu — mal nicht Diskussionen um die (ungeliebte?) Professionalisierung der Bloggerwelt, die Häme um LeWeb3.0 und was der Westen sonst noch so Aufregendes bietet.

Ein Wesenszug von Blogs ist der schnelle und weltweite Austausch von Information, und dies wird weltweit auch von Bloggern in unterdrückten Ländern genutzt, um auf politische und humanitäre Mißstände aufmerksam zu machen.

Global Voices OnlineUnd dann gibt es noch GlobalVoicesOnline (GVO), eine Non-Profit-Organisation, die vom Berkman Center for Internet and Society der Harvard Law School getragen wird. Am GVO beteiligen sich Blogger aus aller Welt, die öfters täglich Zusammenfassungen der wichtigsten Blogbeiträge aus ihren Ländern verfassen.

Ein Ziel von GVO ist es, den Stimmen aller Weltbürger mehr Gewicht zu geben, Meinungen und Ansichten hör- oder lesbar zu machen, die von den herrschenden Medien im englisch-, aber auch deutschsprachigen Raum nicht wahrgenommen oder gar unterdrückt werden:

We aim to do the following:

1) To call attention to the most interesting conversations and perspectives emerging from citizens’ media around the world by linking to text, audio, and video blogs and other forms of grassroots citizens’ media being produced by people around the world.

2) To facilitate the emergence of new citizens’ voices through training, online tutorials, and publicizing the ways in which open-source and free tools can be used safely by people around the world to express themselves.

3) To advocate for freedom of expression around the world and to protect the rights of citizen journalists to report on events and opinions without fear of censorship or persecution.

Freiheitliches Stück Software: Der Bundestrojaner

Die Software-Schmiede DoJo macht anscheinend Nägel mit Köpfen und bietet die Version 1.0 des Bundestrojaners als kostenlosen Download an. Diese Software soll im Hintergrund sämtliche Aktivitäten des Computerbenutzers kontrollieren und bei unerlaubten Vorgängen oder gefährlichen Dateien sofort bis zu siebenunddreissig bundesdeutsche Sicherheitsbehörden über die Vorfälle informieren, wenn mensch der Website der Entwickler Glauben schenken darf:

Liebe Bürgerinnen und liebe Bürger,

sicher haben Sie in den Medien die Diskussionen über die Online-Durchsuchung von Privat-Computern im Rahmen der Bedrohung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland durch den internationalen Terrorismus verfolgt.

Leider wurde der Sinn und Zweck dieser Online-Untersuchungen von den meisten Medien ein wenig verzerrt dargestellt.

Von den Medien völlig vernachlässigt wurde der Aspekt der Sicherheit für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, und Ihre persönliche IT-Struktur.

Der von der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem bekannten Softwarehersteller Dodo entwickelte Bundestrojaner bedeutet vor allem für Sie einen nicht zu unterschätzenden Gewinn an Sicherheit. Denn der Bundestrojaner überwacht Ihren Computer rund um die Uhr und meldet verdächtige Dateien sofort an bis zu 37 Sicherheitsbehörden weiter, darunter das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) des Bundesinnenministeriums.

Der Vorteil für Sie als Computernutzer ist, daß Sie sich dank des Bundestrojaners keine Sorgen mehr um die Sicherheit Ihres Computers oder Ihrer Daten machen müssen. Das erledigen nach Download und Installation des Bundestrojaners die deutschen Sicherheitsbehörden für Sie. Sollten alle Stricke reißen, dann haben die Sicherheitsbehörden auch ein Back-Up Ihrer Datensätze für Sie parat.

Erstaunlich – so schnell geht es normalerweise nicht mit der Entwicklung von Bundessoftware (s. TollCollect, die einheitliche Software der Finanzverwaltungen oder auch die Software der Bundesagentur für Arbeit). Aber daran sehen wir, dass die Sicherheit in Freiheit von uns Bürgern der Regierung so sehr am Herzen liegt, dass der Bundestrojaner vor Verabschiedung der entsprechenden Gesetze schon getestet werden kann![via law blog]

A propos Datenschutz: Verschiedenen Bundesländern droht Ungemach aus Brüssel:

Die Europäische Kommission verlangt von den deutschen Bundesländern, innerhalb von zwei Monaten die “völlige Unabhängigkeit” ihrer Datenschutzbehörden herzustellen. Andernfalls droht sie mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. In einem nun bekannt gewordenen Schreiben vom 12.12.2006 teilte die EU-Kommission der Bundesregierung mit, es verstoße gegen Europarecht, dass die deutschen Datenschutzbehörden derzeit einer staatlichen Aufsicht unterliegen.

Das wird für unser Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein eine Bestätigung sein, das sich im vorigen Jahr starken Angriffen von seiten der CDU-Fraktion im Landtag ausgesetzt sah…

Kulturtipp: Das letzte Mal – Poco Loco im Lutterbeker

13 Jahre verrückt – Poco Loco Salsa-Abschiedskonzert. Queridos Amigos, liebe Fan-Gemeinde. Irgendwann ist alles einmal zu Ende … Poco Loco, ein wenig verrückt und das 13 Jahre lang. Mit diesem Konzert möchten wir uns von unseren Zuhörern und Fans verabschieden. […]

Poco Loco - salsa caliente del norteSo stehts auf den Seiten des Lutterbekers, der Kulturkneipe ebendort. Poco Loco treten also am Samstag, den 23. 12., um 21 Uhr das letzte Mal auf. Ob ichs schaffe, sie wenigstens einmal noch zu hören?

Ich bin mit Olaf Grell, einem der Sänger, befreundet, und er erzählte mir gestern vom Abschiedskonzert. Dieses Jahr hat sich schon eine weitere Formation, in der er tragender Musiker war, aufgelöst: Panduro, den Selentern vom Sommerfest 2001 des Wirtschaftsvereins bekannt.

So ändern sich die Zeiten. Jeder entwickelt sich weiter, und bei solchen Gruppen auch leicht auseinander. Dann ist es wirklich besser, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist…

Olaf macht aber weiter Musik, im Jesse-Grell-Duo, das nun ein Trio ist – ein Kontrabass stiess dazu.

In aller Kürze: Web-Fundstücke 4

Nun wirds ernst mit den GEZ-Gebührencensoredgesetzliche Rundfunkgebühren

Einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Gebührenregelung findet sich bei telepolis. Interessant dabei:

Eine Pflicht, aktiv Computer und Internetanschlüsse der GEZ zu melden, so wie bei Radios und Fernsehern (»erst anmelden, dann einschalten«) existiert bislang ebenfalls noch nicht.

Neues Urteil im Markenrecht zu der Verwendung von althergebrachten Symbolen

Der Malteser-Orden mit seiner über 900-jährigen Tradition hat sich am 19.12.2006 in einem viel beachteten Rechtsstreit per Vergleich seine Rechte am eigenen Namen und damit als Markenzeichen zurückgeholt. Der schwedische Spirituosenkonzern V&S wollte vor dem Hamburger Oberlandesgericht den Maltesern das Recht auf den eigenen Namen und das achtspitzige Malteser-Kreuz verbieten lassen. Die Schweden beriefen sich darauf, dass ihr Rechtsvorgänger schon im Jahr 1923 das Malteser-Kreuz beim Reichspatentamt in Berlin habe eintragen lassen. [Beck aktuell]

Das umstrittene Malteser-Kreuz geht in seinen Ursprüngen auf die Kreuzzüge im Mittelalter zurück.

Und wie stehts dann mit der Schutzwürdigkeit der ol*mp*schen Ringe bzw. des Begriffs Ol*mp*ade, die ja nicht mal als Marke in Deutschland anerkannt wurden? Ich bin mal gespannt, ob obiges Urteil sich auf die aktuellen Fälle des DOSB auswirken wird…

[via Law Blog]

Geschützt: Links zu Bildern der Besichtigung vom 20.12.2006

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