Erwachsene: Eher negatives Bild von der heutigen Jugend
24. Jul 2007, 2:42 PM (Frank Hunck) ♥ Gesellschaft, Jugendarbeit
· Translation:
Gestern sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann-Stiftung zu dem Jugend-Bild der deutschen Erwachsenen veröffentlicht worden. Fazit dort: »Erwachsene haben ein eher skeptisches Bild der jungen Generation«.
Ich habe mir mal den Berichtsteil zum sozialen Engagement durchgelesen. Die Ergebnisse:
»Dem gesellschaftlichen Engagement von Jugendlichen wird seitens der Erwachsenen ein hoher Stellenwert beigemessen. So sind mehr als 90% der Befragten der Ansicht, dass das gesellschaftliche Engagement von Jugendlichen wichtig für die Gesellschaft ist.
Das Ausmaß des gesellschaftlichen Engagements Jugendlicher wird von den Erwachsenen indes eher skeptisch beurteilt. So sind rund zwei Drittel der Befragten der Auffassung, dass sich Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen für gesellschaftliche Belange zu wenig engagieren und ihr Engagement insgesamt eher niedrig ausfällt.«
Mhm, mir fällt bei solchen Gegenüberstellungen immer ein, dass es die Aufgabe der Älteren ist, mit gutem Beispiel voranzugehen. Und gerade im Bereich des sozialen oder ehrenamtlichen Engagements stellt mensch seit mehreren Jahren einen erschreckenden Rückgang der Bereitschaft fest.
Ähnliches kann mensch auch hinsichtlich der Aussagen zu Alkohol – oder Drogengenuss bei Jugendlichen sagen:
Wenn auch in den vergangenen Monaten Berichte über das »Komasaufen« von Jugendlichen, »Flatrate-Parties« und ähnliches durch die Presselandschaft wogten, würde ich trotzdem behaupten, dass es kein jugendspezifisches Problem ist, sondern eher ein gesamtgesellschaftliches.
Nur – es ist einfacher, den schwarzen Peter denen in die Schuhe zu schieben, die sich am wenigsten wehren können. Solange aber Alkoholexzesse als Initiationsriten des Männlichseins gesellschaftlich anerkannt sind, Alkoholgenuss als Coolsein von der Werbung apostrophiert wird, bleibt alles beim alten.
Quelle der Grafiken und Zitate: Bertelsmann-Stiftung – Jugendliche aus Sicht der Erwachsenen – Zusammenfassung der empirischen Untersuchung (PDF).









Morgaine schrieb:
Es gab vor einigen Wochen ein Spiegel-Artikel dass Jugendliche und Junge Erwachsene durchaus politisch engagiert sind, ihre Aktionsformen sich aber geändert haben. Mit Hilfe der Mobilisierung durch das Netz beispielsweise nehmen sie an temporären Aktionen teil und engagieren sich weniger in klassischen Organisationsstrukturen. Warum wohl?
Der Protest gegen die asozialen Auswirkungen der Globalisierung zum G8-Gipfel beispielsweise war der größte seit vielen Jahren.
Alkoholgenuss? Wie schön wäre es doch, wenn zur Erziehung auch ein sinn- und genußvoller Umgang mit Drogen gehören würde:
Nimm nur das, was dir selber gut tut.
Dazu müßte aber ein Bewusstsein dafür ausgeprägt sein, was gut für einen selbst ist. Und da fällt mir jede Menge ein, weshalb gar kein Interesse daran besteht, auf das eigene Wohlbefinden zu achten, stattdessen die Sinne lieber zugeballert werden. Wem so wie meiner Tochter und mir regelmässig übel wird beim Besuch dieser vollgestopften und laut dröhnenden Animierkaufschuppen in dem Masse und Reizüberflutung von der erbärmlich schlechten Qualität ablenken soll, der wird vielleicht ähnliches denken. Und was fällt uns ein, wenn wir an unsere Schulgebäude denken? Vom Inhalt mal ganz zu schweigen.
Geschrieben am 24. 07. 07 um 6:42 pm | Permalink |
Morgaine schrieb:
Telepolis bringt heute morgen zum Thema des gesellschaftlichen und politischen Engagements ein Interview:
»Gut, dass protestiert wird, nur bitte nicht so böse«
edit 26.7.07, um Link ergänzt /fhu
Geschrieben am 25. 07. 07 um 10:17 am | Permalink |