Weblese: Zeitungen, Religion und modern life

Ist die Zukunft der Zeitungen schon vorbei?

Sparen, bis die Leser gehen? ist ein Artikel in der ZEIT betitelt, in dem dargelegt wird, wie die Printmedien durch das Internet in Zugzwang gesetzt werden. Konnten in den früher teilweise sehr hohe Renditen über Zeitschriftenverlage erzielt werden, hat sich das Bild gewandelt. In den vergangenen Jahren verlagerte sich ein grosser Teil der Kleinanzeigen ins Internet (Autoan- und Verkauf, Wohnungen etc.), die Lesegewohnheiten der (jüngeren) Leser wandte sich dem Internet zu.

Es wird nun gespart, auf Teufel komm raus. Und dabei bleibt dann manches Alleinstellungsmerkmal anscheinend auf der Strecke – qualitativ hochwertige Recherche zum Beispiel, die die Stellung der Zeitungen als vierte Macht im Staate rechtfertigt: Aber als wichtigste Geldquelle entdeckte die Branche ihre eigenen Angestellten. So sank die Zahl der fest angestellten Redakteure, und es wurde nachgewiesen, dass die verbliebenen Redakteure mehr organisatorische Arbeit übernommen haben. Die Zeit für Recherche und Schreiben nahm entsprechend deutlich ab. Oder es werden ganze Redaktionen outgesourced, Tochterfirmen gegründet. Die Honorare der freien Journalisten wurden demnach auch stark nach unten angepasst.

Und wo bleibt dann die Qualität? Rund um den G8-Gipfel z. B. durfte der aufmerksame Zeitungsleser feststellen, dass es Usus geworden ist, Agenturmeldungen ungeprüft zu übernehmen, und sich mit der Korrektur dann Tage Zeit zu lassen…

Hier vor Ort kann man diese Entwicklungen auch schon beobachten. Die Journalisten der Lokalpresse sind angehalten, keine Ausschuss- oder Gemeindevertretersitzungen oder Abendveranstaltungen von Vereinen mehr zu besuchen. Telefonische Nachrecherche und vielleicht ein Digitalfoto vom Pressewart des Vereins genügen anscheinend den Ansprüchen der Ressortchefs…

Reicht dies aber für eine unabhängige Darstellung? Denn diese erwarte ich, wenn ich die Zeitung aufschlage. Wer von den Lesern weiss denn um die Interna, wie ein Bericht normalerweise zustande kommt?

Russlands Bevölkerung wird ab 2050 zu 50% aus Muslimen bestehen

Vladimir Dergachyov, ein Berater aus Putins Administration, rät russischen Politikern und Unternehmern, engere Bande zu muslimischen Staaten zu knüpfen:

But, he continued, given the reality that the Russian Federation itself will be a Muslim country within two generations, Russian businesses must get involved with the Muslim world now rather than remain fearful of it. Indeed, he concluded, “the expression ‘Islamic danger’ [must not be] in our lexicon.

Window on Eurasia – Russia to Have Muslim Majority by 2050 [via GVO]

Schatten auf Berlin – Website schon vor 23 Uhr eröffnet ;)

Vorsicht – die Seite lädt extrem langsam, da sehr grafiklastig. Die Dokumentation beruht zum Teil auf den sogenannten Großstadt-Dokumenten:

Von 1904 bis 1908 erschienen Ostwalds Großstadt-Dokumente in monatlich veröffentlichten Serien. dropping knowledge wählte daraus sieben Bände, die überraschende Schnittmengen mit dem Berlin des 21. Jahrhunderts bilden.

Hans Ostwald in seinem Vorwort des ersten Bandes, der 1904 in Grosslichterfelde erschien:

Diese Großstadtdokumente sollen über die eigenartigen Persönlichkeiten und Bevölkerungsschichten, über die sittlichen und sozialen Zustände unserer modernen Großstädte Licht verbreiten. Sie sollen nicht aus Vergangenheiten, aus staubigen Urkunden und alten Nachrichten ihren Inhalt schöpfen. Sie sollen aus dem vollen Leben heraus ihren Extrakt geben. Ja, das soll diese Sammlung vor allen ähnlichen auszeichnen: Nicht über Bücher oder über Kunstwerke soll gesprochen werden – das Leben selbst soll sich mitteilen, soll als Stoff dienen. Und zwar das modernste Leben: das Leben der Großstadt.

Die letzten Jahrzehnte haben diese imponierenden Menschenanhäufungen geschaffen, die wir Großstadt nennen. Selbst wer ihre abscheulichen Mängel erkennt und haßt, wird ihr doch einen gewissen Kulturwert nicht absprechen können. Und wer ihren Kulturwert preist, wird ihre Mängel nicht übersehen dürfen.

[…]

Nun aber kommen so oft Dinge an die Oberfläche, die uns alle erregen, die uns allen vielerlei Fragen auf die Lippen locken. Aber – die Fragen bleiben unbeantwortet.

So, als die kleine Lucie Berlin ermordet wurde. Wer wußte da etwas vom Zuhältertum. Kein ernsthafter Mensch wagt, ernsthaft darüber zu schreiben. Keiner kennt den Zusammenhang und die sozialen Eigentümlichkeiten dieser Lebenserscheinung. Oft kommt sie in aufregenden Prozessen zur Sprache. Dann bringen Zeitungen und Zeitschriften die Berichte. Aber einer Darstellung oder ernsteren Besprechung solcher Kulturerscheinungen verschließen selbst bedeutende Zeitschriften ihre Spalten.

Da wurden in letzter Zeit so oft Prozesse aus dem Leben der Banken und aus dem Geldverkehr verhandelt. Ganz ungeheuerliche Dinge schienen dort vorgegangen zu sein. Aber – Vieles wurde von den Meisten gar nicht verstanden. Wer ist denn heute über die vielen Arten von Banken informiert? Wer, außer den Börsenleuten, versteht etwas von den Vorgängen an der Börse?

Und doch ist kaum ein Gebiet heute so wichtig und ausschlaggebend im Erwerbsleben – und rückwirkend auch auf Sitte und Anschauung, wie der Geldverkehr.« (zitiert aus: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Metropolenforschung).

Sieben Bände der Großstadt-Dokumente können bei Schatten Auf Berlin als PDF heruntergeladen werden.

Elita Wiegand sieht ganz andere Probleme unserer heutigen Großstädte – Billig! Wie die Innenstädte veröden…

Weltweit nur fünf Länder ohne Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen – Bhutan, Nepal, Tibet, Uganda, und eben Deutschland

Wolfgang Horbach auf innovativ-in: Für diese Märkte werden also unsere Geschwindigkeitsboliden vom Mercedes, BMW, Porsche und wie sie alle heissen, gebaut.

Dann braucht es einen nicht zu wundern, dass die deutsche Automobilindustrie keine Sorgen mit Umwelt und alternativen Treibstoffen hat…

2. Blomenburger Blogging-Konferenz – Thema Energie

In den nächsten Monaten führt der Venturepark Blomenburg sechs Veranstaltungen zum Thema Regenerative Energien und ihre ökonomische Verwendung durch. Als Veranstaltungsform wurde die Blogging-Konferenz gewählt, von Jörg Weisner und mir technisch-konzeptionell unterstützt. Die erste Podiumsdiskussion:

Thema: »Energieausweis – und was nun?«
Datum: 27. September 2007, 18 Uhr (siehe Anmerkung unten)
Ort: Foyer des Ventureparks Blomenburg

Im Gegensatz zur ersten Blogging-Konferenz ist jetzt schon ein begleitendes Blog unter www.blomenburg-energy.de/blog aufgesetzt, in dem Interessierte Fragen zu den jeweiligen Themen vorab einstellen können. Diese dienen dann den Referenten als Vorbereitung auf die Veranstaltung. Die Podiumsdiskussion wird live ins Internet übertragen, und Onlineteilnehmer können weitere Fragen im Livechat ans Podium richten.

Wichtig: Der Veranstaltungstermin am 27. September 2007 muss leider abgesagt werden, da es zu unvorhergesehenen Terminproblemen kam. Ein neuer Termin wird auf dem Projektblog bekanntgegeben werden.

Kurz und knapp, dit un dat

Vorauseilender Gehorsam

fratinizerBah, diese Deutschen. Kaum kommt so ein EU-Beamter auf die Idee, er könne ja Wortfilter fürs Internet fordern, schon setzt es ein reichweitenstarkes Blog um. Spreeblick bietet ein kleines JS-Tool zum Einbinden an, das entsprechende Begriffe wie »T3rror«, »B0mb3″ oder »G3n0zid« auf jedweden Websites zensiert (dummerweise aber nicht in jeder Schreibweise, aber das kommt sicherlich noch!).

Doomsday Clock

2007 — The world stands at the brink of a second nuclear age. The United States and Russia remain ready to stage a nuclear attack within minutes, North Korea conducts a nuclear test, and many in the international community worry that Iran plans to acquire the Bomb. Climate change also presents a dire challenge to humanity. Damage to ecosystems is already taking place; flooding, destructive storms, increased drought, and polar ice melt are causing loss of life and property.

Ich dachte, der Kalte Krieg wäre vorbei – aber die Doomsday Clock sagt beharrlich fünf vor zwölf…

Biosprit in der Kritik

Laut telepolis rügt die OECD die bisherige Förderung des Biosprits aus mehreren Gründen: Es sei keineswegs ein risikoloses Umweltheilmittel, sondern bringe erhebliche Nachteile mit sich. Neben den starken Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise vornehmlich in der dritten Welt gibt es nur geringe CO2-Einsparungen durch seinen Einsatz, bedingt durch den Energie- und Düngemittelbedarf zur Erzeugung der Rohstoffe. Gefordert wird eine Umleitung der Subventionen von der Industrie zur Forschung, da es an Grundlagenforschung fehle.

technorati und die Mathematik

Ich wusste gar nicht, dass mein Blog schon 37,7 Jahre online ist – irdendwas scheint seltsam zu sein bei Technorati.com…
Technorati rechnet seltsam

Kurz und Knapp: Webfundstücke

Daten und kein Ende – wie stellt mensch sie dar?
Smashingmagazine hat eine umfassende Übersicht über Datenvisualisierungsmethoden und Tools dazu zusammengetragen – von Mindmapping-Strukturen über Tagcloud-Gewichtungen bis hin zu quasi-geografische Beziehungsstrukturen.

Ebay-Bieter – aufgepasst: Udo Vetter schildert einen Fall, wie jemand schnell als Hehler abgeurteilt wurde. Ausgehend vom Anfangspreis von 1 Euro hätte der Betreffende ahnen müssen, dass es sich um Diebesware handelte…

Und dann schliessen sich wieder die Kreise1 (Synchronizität?) – bei Demokratie & Alltag, quirinus, der darauf hin weist, dass er mit seinem Blog nicht nur unterhalten, sondern auch belehren will, »[…]denn Aufklärung tut dringend not, und je mehr Blogger und Nichtblogger sich dessen bewußt werden, desto besser« und dabei auf Anna Kühne bezog, die schreibt: »Das Unheil braut sich zusammen, und eines Tages wird man meine Generation fragen: Warum habt ihr es nicht verhindert? Die traurige Antwort wird sein: Erst waren wir zu wenige. Und dann war es zu spät.« Und dort fand ich einen Kommentar von wvs, der mich vorher (nicht der Kommentar, sondern wvs) auf eine stundenlange Reise zu »peak oil« geschickt hatte, ausgehend von seinem Artikel »Die Bombe tickt»…

Eigentlich wollte ich zu diesem Thema – peak oil – noch nichts schreiben. Sacken lassen und in den nächsten Tagen was Umfassenderes schreiben. Aber, ok,…

Edit 3.8.07: Peak Oil zu einem eigenen Artikel gemacht…


  1. Manchmal habe ich den Eindruck, dass twoday.net ein eigenes Ländle in BlogLand ist… [back]
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