Kurs-Rallye an den (deutschen) Börsen

Nun gehts wieder gewaltig in die andere Richtung:

»Bis bis zum späten Vormittag schnellten die Aktien der Hypo Real Estate (HRE) um 35,35 Prozent auf 5,59 Euro in die Höhe und machten ihre Verluste der vergangenen Woche von rund 12 Prozent mehr als wett. Sie waren damit der gefragteste Wert im DAX. Commerzbank legten 17,47 Prozent auf 11,435 Euro zu, nachdem sie in der vergangenen Woche etwas mehr als 18 Prozent eingebüßt hatten. Die Titel der Deutschen Bank gewannen 13,58 Prozent auf 35,465 Euro und die der Postbank stiegen um 11,41 Prozent auf 25,20 Euro.« (Quelle: Die Zeit)

Anscheinend wächst das Vertrauen in die Bankenlandschaft wieder…

Nachtrag 18 Uhr: DAX + 11,4%. Wer sagt es denn…

Springer will bei den Kieler Nachrichten aussteigen

Die Kieler Nachrichten (KN) ist die einzige Tageszeitung der Landeshauptstadt Kiel; 24,5% Miteigentümerin ist die Axel Springer AG. Anscheinend will sich Springer von Minderheitenbeteiligungen an norddeutschen Regionalzeitungen trennen.

Eine Kette Schwarzer Montage…

…und keine Besserung in Sicht?

Mensch traut sich ja kaum mehr, die Zeitung aufzuschlagenOnline-News zu lesen (Totholz-Infos sind zu langsam)! In der vergangenen Woche las ich abends NYTimes, WaPo oder HuffPost, um zu sehen, was auf der anderen Seite des Atlantiks so passiert. Heute kommt es mir so vor, als könnten wir die Vorgänge dort als Vorhersage für hier – mit einer kleinen zeitlichen Verzögerung – verstehen.

Sagten wir früher, dass die Amerikaner uns Deutschen in vielen Dingen um ein oder zwei Jahre voraus seien, hat sich dieser »Vorsprung« nun leider auf einen oder zwei Monate verkürzt. Keine Zeit mehr, um vom grossen Vorbild zu lernen.

Und was in den letzten Tagen hier in Deutschland passiert, spottet jeder Beschreibung. Demokratie? Regierung? Njet, de nada. Das eilig geschnürte Rettungspaket für die HRE lassen die Banken platzen, die Regierung erfährt es aus der Presse. Die ZEIT dazu:

Wer regiert hier noch in Deutschland? Ist es die Regierung, […] Oder sind es die Spitzen des Finanzkapitals, die in goldenen Zeiten Milliarden-Gewinne kassiert haben, und die nun, wo sie der Krise nicht mehr Herr werden, nach dem lange verachteten Staat rufen?
Allem Anschein nach sind es die Banken und die Finanzmärkte. [Quelle: Die Zeit, »Entmachtet die Banken«]

Wie gesagt, die Amerikaner sind da schon ein bisschen weiter. Manchen Bundesstaaten wie z.B. Kalifornien droht nun die Zahlungsunfähigkeit, da sie nicht mehr an kurzfristige Kredite kommen. Das hiesse dann konkret, dass Staatsangestellte wie Lehrer, Krankenschwestern etc ab November keinen Lohn mehr erhielten. Wo liegt Silicon Valley noch mal?

Lese ich jetzt weiter online über die »schrecklichen« amerikanischen Zustände, oder reicht es aus, hin und wieder den Wirtschaftsteil der Kieler Nachrichten aufzuschlagen? Mal sehen…

Ach ja, weiss nicht mehr, ob ich diesen schönen Artikel von Heribert Prantl in der SZ mal erwähnt habe: »Weltökonomie – die kapitale Läuterung»…

Und noch eine Ergänzung – das Gesetzgebungsverfahren in Amerika weicht ja von unserem, gewohnten, ab. Eine sehr gute Einführung – am Beispiel des 700 Mrd $ bailouts – habe ich auf USA erklärt gefunden. Danke!

WTF – zusätzlich zur »Verstaatlichung« des Bankensektors gleich was Ähnliches für die Automobilbransche – »Ein neuer Ruf nach Staatshilfe: Die europäische Autoindustrie bittet die EU angesichts der andauernden Finanzkrise um ein milliardenschweres Hilfspaket«…

Lohnt es sich, über einen Buchstaben zu viel zu streiten?

Heute stand in den Kieler Nachrichten (OHZ, S.28) ein Artikel von Peter Braune über den Existenzgründertag 2008 des Kreises Plön, der im Technologiezentrum Blomenburg (TZ) am vergangenen Freitag stattfand. Der Artikel endet mit einem Zitat von Herrn Hartmann, Geschäftsführer des TZ:

»Wir stellen hier nicht nur Existenzgründern, sondern auch jungen Unternehmen kleiner und mittlerer Größe zu günstigen Konditionen ein Büro mit Service zur Verfügung. Schließlich ist die Blomenburg ein Technologie- und kein Gründerzentrum.«

Die Worte des Zuwendungsbescheids lauten: »Die Zuwendung dient dem Zweck, ein Technologie- und Gründerzentrum […] zu errichten« (Hervorhebung durch mich).

Ein kleiner, dennoch gewichtiger Unterschied. Im Gegensatz zu einigen anderen sehe ich die derzeitige Nutzung des TZ nicht im Widerspruch mit dem Zuwendungsbescheid – allerdings fände ich es schade, wenn die Unterstützung für Neugründungen (vgl. »Podiumsdiskussion „Neue Technologien[…]« WVSS, Diskussionsbeitrag von Herrn Duggen oder auch »Blomenburg VenturePark rollt an[…]« hier auf dem Blog) unter den Tisch fallen würde, denn ein Service für Neugründer beschränkt sich ja nicht nur auf die Vermittlung von günstigen Büroflächen.

Berichtigung 1.10.08: Ich habe gestern abend mit Herrn Hartmann gesprochen, und er sagte, dass er im Gegenteil während des Interviews mindestens dreimal gesagt habe, dass das TZ sowohl für bestehende wie auch für Gründerfirmen offen stehe, und dass es hinsichtlich der Grösse auch Firmen mit einer hohen Mitarbeiterzahl offenstehen würde.

Selent: CDU-Fraktions- und BUA-Vorsitzender »Kalli« Jipp tritt zurück

Karl-Wilhelm Kalli JippDer Selenter CDU-Kommunalpolitiker Karl-Wilhelm Jipp verzichtet aus gesundheitlichen Gründen ab 1.10.2008 auf sein Mandat sowie auf alle kommunalpolitische Ämter. »Kalli«, wie er vielen hier in Selent genannt wird, war seit 1974 kommunalpolitisch aktiv, zuletzt als Gemeindevertreter, Bau- und Umweltausschuß-Vorsitzender, CDU-Fraktionsvorsitzender und Vertreter in vielen anderen Ausschüssen.

In seinem Abschiedsbrief an die Gemeinde schreibt er:

»Ich bin mit Herz und Seele dabei gewesen und habe immer versucht, mich für die Belange der Gemeinde Selent zum Wohle aller einzusetzen. Vielleicht hinterlasse ich eine kleine Lücke, aber ich weiß, dass es auch ohne Kalli Jipp weitergeht, niemand ist unersetzlich.«

»Keiner ist unersetzlich«, das stimmt schon, es werden vernünftige Menschen als Gemeindevertreter und als Ausschußvorsitzender nachrücken, keine Frage. Aber machen wir uns nichts vor — Kalli Jipp war in vielen Bereichen aktiv. Er beschränkte sich in seinem Handeln nicht auf die Bau- und Umweltangelegenheiten, sondern hielt im Hintergrund die Fäden zusammen, galt für viele daher als die »graue Eminenz« von Selent. Begünstigt auch durch seine früheren Beruf – er war hier »Dorfsheriff«, war er jeden Tag vor Ort anwesend — das wird auch der Grund gewesen sein, dass ihm immer mehr Aufgaben übertragen wurden. Er kennt unsere Gemeinde bis in die hinterste Ecke mit ihren Stärken und Schwächen auswendig.

In der heutigen Kommunalpolitik überwiegen die »Freizeitpolitiker« – das soll nicht abwertend gemeint sein, sondern ist nur eine Zustandsbeschreibung. Denn wer tagsüber in Kiel, Plön oder sonst wo sein Geld verdient, kann sich nur abends oder am Wochenende mit den Gemeindeproblemen auseinandersetzen, und hat auch nicht unbedingt Lust, jeden abendlichen Spaziergang als Inspektionsgang durch die Selenter Problemzonen zu betrachten, alles per Digicam zu dokumentieren und gleich an die Mitglieder der Gemeindevertretung zu versenden.

Dies aber machte Kalli. Er ist sehr internet-affin – meinen regelmässigen Lesern dürfte sein Name auch von vielen Kommentaren hier im Blog bekannt sein – und das ist auf dem Lande unter Kommunalpolitikern noch eine Seltenheit. Es konnte sein, dass die Selenter Gemeindevertreter mehrmals täglich Mails von ihm erhielten, mit Foto-Dokumentationen – zum Beispiel von der Pflanzaktion im Gewerbegebiet; mit Protokollen von Baubegehungen, Sachstandsberichten, aber auch Fragen, wie das eine oder andere gelöst werden soll – mit den Rückmeldungen dagegen haperte es, wie er mir einmal erzählte…
Und so wußte jeder Gemeindevertreter (Einschränkung: mit eMail-Adresse) über die wichtigsten Vorgänge vor Ort Bescheid. Heute eine Selbstverständlichkeit, meint Ihr? Bei uns noch lange nicht!

Noch ein paar persönliche Worte – Kalli, ich danke Dir für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Auch zu Zeiten, als ich noch nicht in »Amt und Würden« war, aber als kommunalpolitisch interessierter Bürger das Gespräch suchte, hattest Du immer Zeit und ein offenes Ohr. Wenn wir auch manchmal ziemlich unterschiedlicher Meinung waren, beeinträchtigte dies nie das persönliche Wohlwollen zwischen uns. Und das scheint heutezutage nicht mehr selbstverständlich zu sein, wie die Vorgänge der letzten Monate gezeigt haben. Deine Entscheidung – »ganz oder gar nicht« – kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich wünsche Dir, dass die Übergangszeit nicht zu hart wird ;-) und hoffe, dass Du uns hin und wieder mit Rat noch zur Verfügung stehst.
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