Offener Brief an die Ostholsteinische Zeitung (Lokalausgabe der Kieler Nachrichten)

04. Feb 2009, 2:04 PM (Frank Hunck) ♥ Gesellschaft, Politik, Selent, Wirtschaft · Translation: en fr

Nach unserer Brainstorming-Veranstaltung habe ich mich – wie hier auch zu lesen war – über mangelnde Pressebeteiligung geärgert. Ärgern bringt aber nichts, besser ist es, nach den Gründen zu fragen. Deshalb habe ich mich hingesetzt und einen offenen Brief an die Lokalredaktion der OHZ aufgesetzt, der eben mein Mailprogramm verlassen hat. Nun harre ich der Antworten…


Frank Hunck
Kösterberg 25
24238 Selent
Tel. (0 15 77) 78 28 344
info@frankhunck.de

Selent, den 4. Februar 2009

per Mail

Offener Brief an die Redaktionsleitung der KN / OHZ
- veröffentlicht unter http://frankhunck.de/weblog/offener-brief-ohz-feb2009 -

 

Sehr geehrte XXXXXXXXXXXXXXXXX,

ich schreibe Ihnen als Einwohner des ländlichen Zentralorts Selent, wo ich kommunalpolitisch aktiv sowie Mitglied in mehreren Vereinen bin. In den letzten Monaten wird hier in der Gemeinde vermehrt über die mangelhafte Berichterstattung der Kieler Nachrichten (KN), genauer des Lokalteils, der Ostholsteiner Zeitung (OHZ), diskutiert. Sei es, dass es Thema am Rande von Gemeindevertreter-Sitzungen ist, sei es im Gespräch von Bürgern »auf der Straße«.

In den vergangenen Wochen gab es mehrmals konkrete Anlässe für Unmut:

  • Keine Anwesenheit eines Vertreters der KN/OHZ beim Neujahrsempfang der Gemeinde
  • Gemeindevertretersitzungen werden nur teilweise und Ausschuss-Sitzungen gar nicht besucht
    Früher war es üblich, dass der zuständige Lokalreporter an Terminen teilnahm und darüber berichtete; heute erfolgt nur eine telefonische Nachrecherche
  • Terminankündigungen kommen spät
    Beispiele hierfür sind u.a. Neujahrsempfang der Gemeinde oder der Brainstorming-Termin des Wirtschaftsvereins am 2.2.09
  • Ein Artikel für eine Geschäftseröffnung – Café Blome – erscheint einen Tag nach dem Eröffnungstermin und dann noch mit einer nicht angepassten Bildunterschrift

Im Vergleich dazu wird aus anderen Gemeinden im Umland munter von Gemeindevertretersitzungen oder Neujahrsempfängen samt Bildern berichtet.

Ich sprach deshalb unsere/Ihre Lokalreporterin XXXXXXXXX darauf an, weshalb sie an z.B. Abendterminen nicht teilnehmen würde, und erfuhr, dass es von der Redaktion aus Kostengründen nicht immer möglich sei. Eine telefonische Nachrecherche sei in der Regel angemessen.

Ich frage mich nun, wie dann eine unabhängige Berichterstattung möglich sein soll, wenn die Ergebnisse einer Gemeindevertretersitzung einen Tag später bei dem Bürgermeisterin oder dem leitenden Verwaltungsbeamten nachrecherchiert werden – unterschiedliche Meinungen kommen dann nicht mehr zum Tragen, es wird zur »Hofberichterstattung«. Meines Erachtens ist es mit der sogenannten vierten Gewalt im Lande dann nicht mehr weit her. Aber dies ist ein weites Feld…

Ich habe mir überlegt, dass ich die Verantwortliche in der Plöner Redaktion einmal persönlich anschreiben und nach den Hintergründen fragen will, da ich diese ewigen Diskussionen mit anderen Selentern Leid bin, lieber Gründe und Auswege kommunzieren möchte.

Es sind meines Erachtens Vorgaben der Redaktionen – sei es zentrale Vorgaben aus Kiel oder lokale aus Plön –, die die Reporter vor Ort umsetzen müssen und ich finde es unfair, dass sie den Ärger »ausbaden« müssen.

Ich möchte Sie deshalb bitten, mir auf folgende Fragen zu antworten.

  • Gibt es Gründe für die KN/OHZ, warum Termine im Raum Selenter See innerhalb ihrer Berichterstattung so wenig Beachtung findet?
  • Welche Vorgaben für Lokalredakteure hinsichtlich der Teilnahme an kommunalpolitischen oder Vereinsveranstaltungen gibt es?
  • Durch welche Vor-/Nacharbeiten können Vereine, lokale Organisationen oder auch die Gemeinden selbst ihre Präsenz in den KN/OHZ verbessern?

Dieser Offene Brief – beziehungsweise Ihre Antwort darauf – soll auch dazu dienen, den Aktiven in Vereinen, in der Kommunalpolitik oder sonst wo vor Ort ihre Pressearbeit zu erleichtern – damit sie nicht mehr enttäuscht sein brauchen, oder es gar persönlich zu nehmen, wenn niemand von den KN anwesend ist. Damit sie wissen, wie sie ihre eigenen Berichte am besten lancieren, damit sie Würdigung in den KN/OHZ finden.

In der Hoffnung auf eine Antwort Ihrerseits verbleibe ich mit freundlichen Grüssen,

Ihr Frank Hunck

P.S.: Der letztendliche Auslöser für diesen Offenen Brief war für mich, dass kein Reporter der KN an der Brainstorming-Veranstaltung des Wirtschaftsvereins Selenter See am 2. 2. 2009 teilnahm.


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2 Kommentare abgegeben zu “Offener Brief an die Ostholsteinische Zeitung (Lokalausgabe der Kieler Nachrichten)”

  1. Frank Hunck schrieb:

    Erste Reaktion – die Ressortleiterin schrieb mir eben eine eMail und bat mich, auf ihre Antwort bis Mitte des Monats zu warten, weil sie »einige Tage nicht im Lande« sei. Damit habe ich keine Probleme, mir ist an »einem offenen Dialog zu den gestellten Fragen mit Ihnen oder auch anderen Mitarbeitern der KN/OHZ« gelegen.

    Also, Vorgang auf Wiedervorlage gelegt…

  2. Frank Hunck schrieb:

    Nachtrag 04/09:

    Selent und Umland – seit Kurzem gut in den KN vertreten: Vom Vorwurf, die Kieler Nachrichten würden aus unserer Region schlecht berichten, ist nichts nachgeblieben. Nein, wir können uns nicht mehr beschweren!

    Quelle: Mein neues Blog

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